ROTER HIMMEL 00�00 Felix: Irgendwas stimmt nicht. 00�00 Leon: Was denn? 00�00 Felix: Aussetzer. 00�00 Leon: Ich hor nichts. 00�00 Felix: Hast Du Netz? 00�00 Leon: Nein! Wie weit ist es denn noch? 00�00 Felix: Schon noch ein Stuck. 00�00 Leon: Was heilb ein Stuck? 00�00 Felix: Zehn Kilometer bis zum Dorf und dann noch mal zwei Kilometer bis zum Haus. Also mindestens. Ich kenn eine Abk�rzung. 00�00 Leon: Was f�r eine Abkurzung? 00�00 Felix: Durch den Wald. Zwei bis drei Kilometer. Nicht mehr. 00�00 Leon: Bist Du sicher? 00�00 Felix: Ja. 00�00 Leon: Verlaufen? 00�00 Felix: Ich glaube rechts. Bin mir ziemlich sicher. 00�00 Leon: Felix, irgendwann wird es hier dunkel und wenn wir jetzt den falschen Weg einschlagen, dann konnen wir im Wald ubernachten. 00�00 Felix: Okay, pass auf. Du bleibst hier beim Gepack, ich lauf schnell vor und komm gleich wieder. 00�00 Leon: Felix.Es ist nicht mehr weit. 00�00 Leon: Scheibe. 00�00 Leon: Felix? 00�00 Felix: Hallo! 00�00 Felix: Ist nicht mehr weit. Viertelstunde. 00�00 Leon: Toll. 00�00 Felix: Hallo? Hallo? Ich ruf meine Mutter an. Das sagst Du mir jetzt? Mama, das kann doch nicht sein... Mama, das ist aber immer! Das ist meine Schuld? Dein Ernst? Hor auf, mich zu nerven!Ich hab zwei schlechte Nachrichten. Ist das Lasagne? Ich liebe Lasagne. 00�00 Leon: Jetzt sag doch mal. 00�00 Felix: Ja, wir werden nicht allein sein. 00�00 Leon: Die ganze Zeit? 00�00 Felix: Sieht ganz so aus. Typisch meine Mutter: Habe ich das nicht erzahlt Das tut mir aber leid. Aber ist doch genug Platz f�r alle da. Ja. Ich soll Dich lieb gruben. Ich soll Dich ganz fest umarmen, hat sie gesagt. 00�00 Leon: Die zweite schlechte Nachricht? 00�00 Felix: Wir mussen uns das Zimmer teilen. 00�00 Leon: Was? 00�00 Felix: Sie hat das andere Zimmer. 00�00 Leon: Nein, Scheibe, Felix. Ich brauch meine Ruhe, ich brauch meinen eigenen Platz zum Arbeiten. Du musst Deine Mappe fertig machen. Wie soll das gehen? 00�00 Felix: Du kannst die Laube haben. 00�00 Leon: Was fur eine Laube? 00�00 Felix: Die da drauben am Waldrand. Da hast Du Deine Ruhe. Kochen kann sie. 00�00 Leon: Kennst Du sie? 00�00 Felix: M-mh. Ist die Nichte einer Arbeitskollegin meiner Mutter. 00�00 Leon: Hat sie einen Namen? 00�00 Felix: Nadja. 00�00 Leon: Russin? 00�00 Felix: Weib ich nicht. Hallo Nadja, Leon und ich, Felix, sind angekommen und schlafen im kleinen Zimmer. 00�00 Leon: Wir nehmen das kleine Zimmer? 00�00 Felix: Ja. 00�00 Leon: Wir sind zu zweit! 00�00 Felix: Die sind fast gleich grob. 00�00 Leon: Die Russin geht mir sowas von auf den Sack. Ich gehe jetzt ruber. Verdammte Scheibe, die spinnen doch. 00�00 Felix: Lass sie doch. Sie hat den Zettel bestimmt noch nicht gelesen. Das Dach ist undicht. Schau mal. Das ist nicht gut. Das zieht schon ins Mauerwerk. Wird Schimmel geben. 00�00 Leon: Ich muss schlafen. Ich muss morgen arbeiten. Und Du auch. 00�00 Felix: Hast Du sie beobachtet? 00�00 Leon: Bl�dsinn. 00�00 Felix: Sah aber so aus. Hast Du mit Ihr gesprochen? 00�00 Leon: Nein. 00�00 Felix: Wie sieht sie aus? 00�00 Leon: Ich hab sie nicht gesehen. Sie war zu weit weg. 00�00 Felix: Alles gut? 00�00 Leon: Hol Dir eine Schussel, oder was� 00�00 Leon: Du machst ihren Dreck weg? 00�00 Felix: Kommst Du gleich mit schwimmen? 00�00 Leon: Nee. Ich muss arbeiten. Was ist mit Dir? 00�00 Felix: Wie, was ist mit mir? 00�00 Leon: Deine Arbeit. 00�00 Felix: Ich muss erst mal ankommen. 00�00 Felix: Hey! Bis spater. 00�00 Leon: Scheibe. 00�00 Leon: Hey, lass das! 00�00 Felix: Das Meer ist wunderbar. 00�00 Felix: Leon! Komm mal! Komm mal kurz. Ich brauche mal Deine Hilfe. Komm! Guck! Schau mal. Da. Da dringt das Wasser ein. Das hat mein Vater noch verlegt. Das muss die Hitze sein. Ich mein, guck Dir das mal an. Das muss ausgebessert werden. 00�00 Leon: Jetzt? 00�00 Felix: Leon, wenn der Schimmel ins Haus kommt, dann k�nnen wir ganze Wande abrei�en. Und das ist eine Katastrophe. 00�00 Leon: Ich habe einen Abgabetermin. Du hast einen Abgabetermin. Lass uns mal die Sachen zu Ende bringen, die wichtig sind, weibt Du. Deine Bewerbungsmappe, mein Manuskript. 00�00 Felix: Das ist eine Sache von einer Stunde. Oder zwei. Und es macht auch Spab. 00�00 Leon: Das Verlegen. 00�00 Felix: Ja. Und der Teergeruch. Ich mag den voll. 00�00 Leon: Wieviel Uhr haben wir es? 00�00 Felix: Vier, ungefahr. 00�00 Leon: Und wann schlieben die Laden im Dorf? 00�00 Felix: Jetzt in der Saison? Uhr. 00�00 Leon: Und wie lang brauchen wir zum Dorf? 00�00 Felix: Zehn Minuten. 00�00 Leon: Mit dem Auto. Aber wir haben kein Auto. Und wir haben auch nichts zu essen. Also gehen wir jetzt los und gehen einkaufen. Und Du kummerst Dich um eine Werkstatt f�r den Wagen. 00�00 Felix: Hier. Und jetzt, pass auf! Wirf, weiter... Komm, komm! Entschuldigung. 00�00 Leon: Was soll das denn? 00�00 Felix: F�r Nadja. Wir haben ja ihre weggegessen. Hier. 00�00 Verkauferin: Karte oder bar? 00�00 Felix: Karte. 00�00 Leon: Sag mal, wir schleppen uns hier zu Tode. Kannst Du mal fragen, ob es hier einen Abschleppdienst oder eine Werkstatt gibt, oder so? 00�00 Felix: Ja. Entschuldigung, kennen Sie hier in der Nahe einen Abschleppdienst oder eine Werkstatt, die sowas macht. Unser Wagen ist oben auf der Landstra�e liegengeblieben. 00�00 Verkauferin: ADAC anrufen. Aber die kommen gerade nicht, wegen der Br�nde. 00�00 Felix: Und was ist mit dieser Tankstelle da oben am Kreisverkehr? Verk�uferin: Die haben keine Werkstatt mehr. 00�00 Lautsprecher: Achtung! Wichtige Durchsage! Aufgrund der anhaltenden Waldbrande m�chten wir dringlichst darauf hinweisen, dass jedes offene Feuer, jedes Grillen, das Rauchen am oder im Wald sofort zu unterbleiben haben. Die L�scharbeiten im Waldhuter Forst sind erfolgreich, aber das Feuer ist noch nicht unter Kontrolle. 00�00 Leon: Wo ist der Waldhuter Forst? 00�00 Felix: Westen. 00�00 Leon: Weit? 00�00 Felix: Kilometer? Mindestens. 00�00 Lautsprecher: Deshalb sind ab sofort die Lund die A gesperrt. Reisende von oder in Richtung Westen... 00�00 Felix: Gehen wir gleich noch schwimmen? 00�00 Leon: Es wird bald dunkel. 00�00 Felix: a und? 00�00 Leon: Was ist denn eigentlich das Thema? Fur die UdK. Oder gibt es keins? 00�00 Felix: Wasser. 00�00 Leon: Wasser! Ist doch kein Thema. 00�00 Felix: Ist schon ein Thema. 00�00 Leon: Ist ein Element! Hast Du das selber ausgesucht? 00�00 Felix: Nee. Ist vorgegeben. 00�00 Leon: Hast Du schon eine Idee? 00�00 Felix: Das Meer. 00�00 Leon: Das Meer. 00�00 Felix: Ich will das Meer fotografieren. 00�00 Leon: Deckst Du gerade f�r die Russin auf? Felix? 00�00 Felix: Also, kommst Du mit? 00�00 Leon: Ich muss arbeiten. 00�00 Felix: Warum sagst Du eigentlich immer arbeiten? Das Dach abdichten, das ist Arbeit. Den Wagen wieder reparieren. Das ist Arbeit. Kochen, waschen, auch das ist Arbeit. 00�00 Leon: Willst Du mir jetzt irgendwas erz�hlen von wegen Schreiben ist keine Arbeit? Ist was f�r Schw�chlinge oder so einen Blodsinn? 00�00 Felix: Kommst Du mit Schwimmen? 00�00 Leon: Nein. 00�00 Leon: Es reicht! Gefallt Dir das? 00�00 Felix: Nicht so laut. 00�00 Leon: Kann es sein, dass Du es ein bisschen gut findest? 00�00 Felix: Vielleicht. Willst Du meine Kopfhorer? 00�00 Leon: Nein! Ich schlafe doch nicht mit Kopfh�rern. Hast Du Muckenspray? 00�00 Felix: Willst Du drauben schlafen? 00�00 Leon: Ich nehme an, Du bleibst hier. 00�00 Leon: Guten Morgen. 00�00 Nadja: Morgen. Gerade aufgewacht? Kaffee? Ich hab vor ein paar Nachten auch drauben geschlafen. Ich find das wunderbar. Die Mucken sind ein bisschen ein Problem. Aber Du hast ja das Spray. 00�00 Leon: Riecht man das? 00�00 Nadja: N�. Nadja. 00�00 Leon: Danke. Also, Leon. 00�00 Nadja: Ich weib. 00�00 Leon: Ich habe ubrigens nicht freiwillig da drauben geschlafen. Hier drinnen war es nicht moglich, es war zu laut. Schon die letzen zwei Nachte. Ich wollte Dich bitten... 00�00 Felix: Ich hab das schon mit Nadja besprochen. 00�00 Leon: Was? 00�00 Nadja: Ja, Felix hat mir Deine Beschwerde schon vorgebracht. 00�00 Leon: Ach so. Na dann ist ja gut. 00�00 Nadja: Es tut mir leid. Die Wande sind offensichtlich sehr dunn. Kommt nicht mehr vor. Ich wurde euch morgen Abend gern zum Essen einladen. F�r euch kochen. Wenn Dir das passt. 00�00 Leon: Morgen Abend?! 00�00 Nadja: Ja, heute kocht schon Felix. 00�00 Felix: Heute koche ich. 00�00 Leon: Okay, ja. 00�00 Nadja: Schon. Ich muss los zur Arbeit. Bis spter. 00�00 Felix: Bis spater. 00�00 Leon: Hast Du Milch? 00�00 Felix: Milch? 00�00 Nadja: Bis heute Abend. 00�00 Leon: Was arbeitet sie denn? 00�00 Felix: Keine Ahnung. Sie ist nett. Kommst Du mit schwimmen? 00�00 Leon: Hmm. 00�00 Felix: Super! 00�00 Felix: Leon? Kommst Du? 00�00 Leon: Nadjas Stecher ist Bademeister. 00�00 Felix: Der da oben? Echt jetzt? 00�00 Leon: Ist zumindest der, der letzte Nacht bei ihr war. 00�00 Felix: Habt Ihr geredet? 00�00 Leon: Nein, woruber denn? 00�00 Felix: Woher weibt Du das? 00�00 Leon: Ich hab ihn gesehen gestern Nacht. 00�00 Felix: Ist das gut? 00�00 Leon: Ist grobartig. Bleibst Du noch lange? 00�00 Felix: Willst Du gehen? 00�00 Leon: Bald. 00�00 Felix: Sag mal, bist Du zustandig fur den Abschnitt hier, fur den Badeabschnitt? 00�00 Devid: Ja. 00�00 Felix: Bademeister, sagt man so? 00�00 Devid: Rettungsschwimmer 00�00 Felix: Kann ich mal hoch? 00�00 Devid: Ja, komm. 00�00 Felix: � rot-gelbe Flagge? 00�00 Devid: Ja, die ist � 00�00 Felix: � auf eigene Gefahr? 00�00 Devid: Genau � ins Wasser gehen � unruhige See. 00�00 Felix: Kann da was passieren? 00�00 Devid: Kann immer was passieren. Kann auch was passieren, wenn es spiegelglatt ist. � Guter Stil. 00�00 Felix: Hab Dich zugedeckt. Du solltest Dich besser eincremen, wenn Du hier stundenlang in der Sonne liegst. 00�00 Leon: Wie spat? 00�00 Felix: Gleich vier. 00�00 Leon: Scheibe. 00�00 Felix: Ich muss jetzt auch mal mit dem Kochen anfangen. 00�00 Leon: Warte auf mich, ich komm gleich mit. 00�00 Felix: Du warst noch gar nicht im Wasser. Willst Du gar nicht ins Wasser gehen? 00�00 Leon: Nee. 00�00 Felix: Ich wart auf Dich. 00�00 Leon: Nee, wirklich nicht. 00�00 Felix: Ich habe den Devid eingeladen. 00�00 Leon: Bademeister? 00�00 Felix: Der heilb Devid. Mit. So eine alte DDR Marotte. Maik mitai unso. 00�00 Leon: Scheibe. Hattest mich ruhig mal wecken k�nnen. 00�00 Felix: Du hast so tief geschlafen, da wecke ich Dich nicht. 00�00 Leon: Die Scheib-Nacht da drauben. Echt. Ich hab kaum ein Auge zugemacht. 00�00 Felix: Ich habe ubrigens eine Idee fur die Mappe. Willst Du es horen? 00�00 Leon: Ja, erzahl. 00�00 Felix: Ich hatte Dir gesagt, dass ich das Meer fotografieren will. Ich fotografiere aber nicht das Meer, sondern Menschen, die aufs Meer schauen. Eine Reihe Portraits von Menschen, die aufs Meer schauen. 00�00 Leon: Portraits. Wenn Du die Leute portraitierst, die aufs Meer schauen, dann schauen sie ja Dich an. 00�00 Felix: Nicht unbedingt. 00�00 Leon: Naturlich! Du stehst oder sitzt ja mit der Kamera vor ihnen. Und sie wissen, dass sie fotografiert werden. In dem Moment sind sie keine Menschen mehr, die aufs Meer schauen, sondern Menschen, die fotografiert werden. 00�00 Felix: Daruber habe ich ja mit Devid gesprochen. Der Devid hat erzahlt, wie er jeden Morgen auf dem Weg zum Hochsitz am Wasser entlanggeht und da Menschen sieht, die manchmal v�llig entruckt aufs Meer schauen. Sp�ter dann, vom Hochsitz, dann sieht er die gleichen Menschen nur noch von hinten. 00�00 Leon: Ja. Und? 00�00 Felix: Ich hab ein paar Probeaufnahmen gemacht. Warte. Schau mal. Hiermit kannst Du weiter scrollen. 00�00 Leon: Die hast Du jetzt gerade gemacht? 00�00 Felix: Ja, wahrend Du geschlafen hast. Ich finde das hier schon. Guck mal. Das Bild von hinten, im Hintergrund das Meer, und dann das Portrait von vorne. 00�00 Leon: Ich verstehe es noch immer nicht. Die gucken ja nicht aufs Meer. Sgucken auf Dich. 00�00 Felix: Aber ich habe sie doch zuvor von hinten fotografiert. Und wie sie aufs eer schauen. Und das Bild zeige ich denen dann und frage sie, ob ich sie von vorne fotografieren darf. 00�00 Leon: Ja... Sag, ist der mit dieser Nadja zusammen? 00�00 Felix: Weib ich nicht. 00�00 Leon: Hast Du denn gar nicht gefragt? Felix: Warum sollte ich? 00�00 Leon: Ja. 00�00 Nadja: � Ja, und sie ist da jetzt n�mlich neu reingekommen und da meinte sie, dass sie in den Bereich der Teamleitung � 00�00 Leon: Ja, ja. 00�00 Felix: Und dann direkt Ferienhaus. 00�00 Leon: Ja, nee, das kann ich machen. 00�00 Nadja: Keine Ahnung, wie die darauf kam. 00�00 Leon: Nein, die Hotels sind nicht so voll. Wegen der Brande. Der Strand ist auch ziemlich leer. Werd ich bestimmt noch was finden. 00�00 Felix: � ihrem eigenen Sohn nicht bescheid gesagt� 00�00 Leon: Okay. Hast Du, hast Du das Ende schon gelesen? 00�00 Felix: Das ist jetzt auch keine relevante Information� 00�00 Leon: Ja, ja... hat mir sehr gefallen. Und dieser Lars, diese neue Figur? Ich find, der gibt dem Ganzen irgendwie noch so... Ja ja, klar, konnen wir auch hier. Es gibt die Laube zum Arbeiten, da k�nnen wir gut... Und der Titel, was sagst Du zum Titel? 00�00 Felix: Nudeln mit Tomatensauce� 00�00 Leon: Ja ja, klar, klar. Versteh. Ja. 00�00 Nadja: Schon Dein Lieblingsessen, ne? 00�00 Leon: Ja, dann meld ich mich einfach, wenn ich was gefunden hab. Okay. 00�00 Devid: Ah, guck mal, da ist er. 00�00 Felix: Hol den mal, Essen ist fertig. 00�00 Leon: Ja, gut. Ciao. 00�00 Devid: Leon? Hi, ich bin Devid. Hi. Ich hab Dich heute am Strand gesehen. 00�00 Devid: Ja, ich Dich auch. Ja, Du hast geschlafen. Der Felix hat Dich zugedeckt. Musst Du echt aufpassen. Die Junisonne, die hat es in sich. Felix hat mir erzahlt, dass Du Schriftsteller bist. Ich soll Dir sagen, dass es Essen gibt. 00�00 Leon: Ja. Ich komme gleich. Danke. 00�00 Nadja: Machst Du den Wein auf? 00�00 Felix: Ja. Mit dem... hier, mach mal Du... Kann ich gar nicht. 00�00 Devid: So... Es war der letzte Abend. Wir waren ein wenig in Feierlaune. Und irgendwann saben nur noch die Sonja und ich da unten an dem langen Tresen. Die Sonja, die war vom Chiemsee, die war dort Rettungsschwimmerin. Ja, die war wahnsinnig sch�n. Also wirklich sehr schon. Und wir hatten einiges getrunken. Und es war auch ein Flirt, irgendwo. Also, auch von mir. Eigentlich dachte ich, komm das geht nicht, das geht nicht. Ich habe zuhause eine Frau, ich hab ein Kind, das ist gerade Monate alt und ich mache hier rum mit dieser bayrischen Schonheit. Aber dann lachte die Sonja und ich war, ja, vollig hingerissen. Und dann, dann sagt der Kellner, sie machen jetzt Schluss, die Bar w�re geschlossen. Und ich weib nicht so genau, aber ich fragte die Sonja, ob sie denn Lust hatte, mit mir die Minibar in meinem Zimmer zu leeren. Ja, so sind wir dann nach oben. Im Zimmer bin ich dann erstmal zur Minibar, ich wollte ein bisschen was mixen. Und ich sehe aber aus den Augenwinkeln, sehe ich, wie sich die Sonja die Schuhe ausgezogen hat und sich aufs Bett legte. Si schaut mich an, ihre nackten Fube. Diese wirklich wahnsinnig schonen Fube. Ich dachte, wenn ich jetzt da ruber gehe und mit ihr schlafe, dann ist alles vorbei, meine Ehe, meine Familie, alles. Und ich wollte auch gerade sagen, komm Sonja, wir trinken jetzt noch einen und dann, dann geht jeder in sein Zimmer. Es ware mir auch scheibegal gewesen, hatte sie mich fur einen Schlappschwanz gehalten. Ist doch scheibegal. In dem Moment klopft es an der Tur. Laut und energisch klopft es an der Tur. Wisst Ihr, ich war mir sicher, dass da meine Frau steht, das Kind auf dem Arm. Und ich hab mich sozusagen in mein Schicksal gefugt. Und mach die Tur auf. Da..., da stand, da steht ein kleinwuchsiger Araber mit so einem Schnurrbart. Und der halt was im Arm, eine Art Rolle, ja.Dein Teppich!Ich sag: Sorry, aber Sie haben sich im Zimmer geirrt! Und der, ganz bestimmt: Das ist Dein Teppich! Und h�lt den mir hin, diesen zusammengerollten Teppich. Und ich wieder: Aber falsches Zimmer! Und ich schlieb die T�r. Ich dreh mich um. Und da liegt noch immer die Sonja. Aber jetzt ist alles weg, der ganze Zauber, die ganze Lust ist weg. Und ich will gerade zu Sonja sagen, dass sie bitte gehen soll, ja. Dann klopft es aber wieder an der T�re. Ich mach auf, steht wieder der Typ da mit seinem Teppich. Schreit mich jetzt an. Schreit, das ist mein, Dein Teppich! Dein Teppich! Ja? Ich bin jetzt auch schon ein bisschen sauer, auf den, auf den Araber mit seinem schei� Teppich, ja. Aber auch auf mich, auch auf mich, der ja fast Ehebruch begangen h�tte bei der erstbesten Gelegenheit. Und ich schrei zuruck, dass er sich verpissen soll mit seinem scheib Teppich. Ja? Und der... Wenn ich den Teppich jetzt nicht sofort annehme, dann sprayt er mich schwul. Und ich so:Ha? Was? Und er:Ja, ich spray Dich schwul. Ich spray Dich schwul. Alles klar, denke ich. Ich schlag die Tur zu. Ich sag zu Sonja: �Geh. Wirklich. Geh einfach. Wirklich. Es ist... Und es klopft aber wieder an der Tur. Und... ich bin kein Schl�ger, aber ich reib die T�re auf und ich will dem so in die Fresse schlagen, ja. Und dann steht der da, und der hat so eine Dose in der Hand und sprayt mich von oben bis unten voll. 00�00 Felix: Und dann? 00�00 Devid: Ja, merkwurdiges Zeug kam da raus, also ganz merkwurdiger Geruch. Nicht unangenehm. Nee, uberhaupt nicht. Im Gegenteil sogar. Das ist lustig, weil das T-Shirt hatte ich auch an an dem Tag, genau das gleiche. Schon zehnmal gewaschen, ist immer noch drin, der Geruch. Das kriegst Du nicht weg. Das... riech mal. Ja, das ist... 00�00 Felix: Toll. Mit den ganzen Details und so... 00�00 Devid: Ja, ja... 00�00 Leon: Gibt es eigentlich Bademeister-Tagungen? 00�00 Devid: Nein, naturlich nicht. Ich bin ja auch nicht verheiratet. Ich war ja a noch nie in Hamburg. 00�00 Leon: Verstehe. Gibt es eine Bademeister-Ausbildung? 00�00 Devid: Rettungsschwimmer. 00�00 Leon: Ist das nicht das Gleiche? 00�00 Devid: Nee. 00�00 Leon: Und was macht man da so? 00�00 Devid: Keine Ahnung. Du musst das Abzeichen machen, halt. So eine Pr�fung und einen speziellen Erste-Hilfe-Kurs und..., ja. 00�00 Leon: Lernt man da auch so rufen? So:Nicht von den Seiten reinspringen, und so? 00�00 Devid: Das Meer hat ja keine Seiten. 00�00 Leon: Was verdient man da so? 00�00 Devid: Ach, willst Du Dich bewerben? 00�00 Leon: Weib Gott nicht. Interessiert mich halt. 00�00 Devid: Ja? Warum? 00�00 Leon: Was machst Du, wenn die Saison vorbei ist? Hallenbader. 00�00 Devid: Nein. 00�00 Leon: Warum nicht? 00�00 Devid: Ich kriege Platzangst in Hallenbadern. 00�00 Leon: Ach? 00�00 Devid: Ja. Das ist psychisch. War auch nicht so leicht. War auch sehr oft drin. 00�00 Leon: Bestimmt viele Madchen, die da... 00�00 Felix: Jetzt hor doch mal auf! 00�00 Leon: Was denn? 00�00 Felix: Das frag ich Dich! Was ist los mit Dir? 00�00 Nadja: Ich hatte Lust, schwimmen zu gehen. 00�00 Felix: Grobartige Idee. Komm, abraumen k�nnen wir spater. 00�00 Nadja: Kommst Du nicht mit? 00�00 Leon: Nee. Kann nicht. 00�00 Nadja: Na komm. 00�00 Leon: Nein, wirklich. Die Arbeit lasst es nicht zu. 00�00 Nadja: Okay. Schade. 00�00 Leon: Die Arbeit lasst es nicht zu.So ein Arschloch, ich bin so ein Arschloch. 00�00 Felix: Komm mal hoch. Devid. 00�00 Nadja: Leon, komm, das musst Du Dir angucken. 00�00 Leon: Was denn? 00�00 Nadja: Komm jetzt. 00�00 Nadja: Macht Angst, oder? 00�00 Leon: Ja. 00�00 Devid: Die kriegen das Feuer nicht unter Kontrolle. Ich mein, wir haben Gluck, der Wind kommt vom Meer. Aber in Marlow sieht es richtig bitter aus. Die uberlegen zu evakuieren. 00�00 Hotelmanagerin: Das hier ist unser schonstes Zimmer. Normalerweise bis September ausgebucht. Ist gerade storniert worden. Haben Sie Gluck gehabt. 00�00 Leon: Wird viel storniert? 00�00 Hotelmanagerin: Die Brande. Sollen aber unter Kontrolle sein. Bitte. Wir nennen diese Suite unseren Writer�s Room. 00�00 Leon: Warum das? 00�00 Hotelmanagerin: Der Uwe Johnson hat hier oft ubernachtet. Entschuldigung. Ja, okay. Bin gleich da. Ich muss kurz nach unten. Wenn Sie sich vielleicht noch ein wenig in Ruhe umschauen wollen? 00�00 Leon: Hi. Ja, finde ich auch, ist sehr schon hier. Uwe Johnson hat hier wohl schon mal gewohnt. Oder Uwe Johnson, wie sie ihn hier nennen. Ja... Uwe Johnson. Ja, ich... Ja, Du musst von Rostock die Autobahn... Ja. Ja dann, gut, dann werd ich das dann... werd ich das dann mal buchen. 00�00 Nadja: Was nehmt ihr beiden? 00�00 Kind: Ich hatte gerne eine Kugel Schlumpfeis. 00�00 Nadja: Schlumpfeis f�r Dich? In der Waffel oder im Becher? 00�00 Kind: In der Waffel. 00�00 Nadja: Waffel? Bitteschon, einmal fur Dich. 00�00 Kind : Hier, das, was sie vorher hatte... 00�00 Nadja: Okay, alles klar. Kannst ja vielleicht beim n�chsten Mal, kannst Du was anderes probieren. 00�00 Kind : Hier, Schwarzer Teller. 00�00 Nadja: Hi. 00�00 Leon: Hi. 00�00 Nadja: Das Erdnusseis ist richtig gut. Die nennen es hier Snickers Eis. Wenn Du magst. Zwei Kugeln gebe ich Dir aus. Die Chefin ist gerade nicht da. 00�00 Leon: Ich bin kein grober Eisliebhaber. 00�00 Nadja: Ich kann Dir auch einen Espresso holen, der ist erstaunlicherweise ganz gut hier. 00�00 Leon: Nein danke. Ich muss echt los. Die Arbeit... 00�00 Nadja: ...lasst es nicht zu? Wenn Du noch kurz wartest, ich habe gleich Schluss hier. Konnen wir zusammen gehen. 00�00 Leon: Ich muss wirklich los. Ein andermal. 00�00 Nadja: Okay. Schade. 00�00 Leon: Bis spater. 00�00 Leon: Scheibe. Scheibe. 00�00 Nadja: Na? Schon fertig mit der Arbeit? 00�00 Leon: Passiert mir in der letzten Zeit andauernd. 00�00 Nadja: Was? 00�00 Leon: Dass ich standig einschlafe. 00�00 Nadja: Ist die Arbeit zu hart? 00�00 Leon: Bist ja ganz schon beladen. 00�00 Nadja: Was war denn da los gestern? 00�00 Leon: Wie, gestern? 00�00 Nadja: Gestern Abend. Na komm! Du warst so geladen. 00�00 Leon: Ich war geladen? 00�00 Nadja: Ja. Warum hast Du den Devid so angemacht? 00�00 Leon: Ich habe den Devid doch nicht angemacht? 00�00 Nadja: Doch. 00�00 Leon: Habe ich nicht so empfunden. 00�00 Nadja: Ich bring mal die Sachen in den Kuhlschrank. 00�00 Nadja: Scheibe. 00�00 Leon: Alles gut? 00�00 Nadja: Ja! 00�00 Leon: Ah, was ist das denn? 00�00 Nadja: Gulasch. Kann man da noch was retten? 00�00 Leon: Echt jetzt? 00�00 Nadja: Ja, das ist lecker. 00�00 Leon: Ja, die Tute ist gerissen. 00�00 Nadja: Jetzt macht Du die zerrissene in die blaue Tute. 00�00 Leon: Ach so. 00�00 Leon: Scheibe. 00�00 Nadja: Hast Du Dir weh getan? 00�00 Leon: Nee, geht schon. 00�00 Nadja: Du hast da Gulasch. Andere Seite. Da ist noch was. 00�00 Leon: Ja, ist ganz lecker. 00�00 Nadja: Sag ich ja. Da noch. 00�00 Leon: Danke. Nadja! Du hattest ubrigens Recht. 00�00 Nadja: Womit? 00�00 Leon: Mit Devid. Dass ich den angemacht hab. 00�00 Nadja: Und warum? 00�00 Leon: Ach. Das hat eigentlich gar nicht soviel mit ihm zu tun. 00�00 Nadja: Sondern? 00�00 Leon: Ich hab ein Buch geschrieben, mein zweites, beziehungsweise es ist erst ein Manuskript. Der Verleger findet es scheibe. Der kommt morgen vorbei, um es mir um die Ohren zu hauen. 00�00 Nadja: Der kommt extra hierher, um es Dir um die Ohren zu hauen? Das klingt ja eher, als ob es ihm gefallt. 00�00 Leon: Er sagt so Sachen wie: Spannend, vielversprechend, hat Potential und so ein Scheib. Ich bin da vielleicht einfach ein bisschen sensibel, aber... Mich macht es einfach w�tend und fertig und... so ist es passiert, dass ich zu Devid vielleicht ein bisschen blod war. 00�00 Nadja: Wie soll denn Dein Buch heiben? 00�00 Leon: Club Sandwich 00�00 Nadja: Club Sandwich? 00�00 Leon: Scheibe, ich habe es doch gewusst. Ich hatte gar nicht erst anfangen durfen. 00�00 Nadja: Nein, ist doch ein guter Titel. 00�00 Leon: Das hat aber nicht so danach geklungen.Club Sandwich? 00�00 Nadja: So habe ich es gar nicht gesagt. 00�00 Leon: Vergiss es einfach. 00�00 Nadja: Darf ich es mal lesen? 00�00 Leon: Was? 00�00 Nadja: Ob ich es mal lesen darf. 00�00 Leon: Auf keinen Fall! Verstehe mich nicht falsch, aber eine falsche Bemerkung, ein bloder Kommentar... und es wirft mich einfach, in der jetzigen Lage... 00�00 Nadja: Schon gut. 00�00 Leon: Ich weib nicht, wie ich es Dir erkl�ren soll. Ich habe mal der Putzfrau von Felix� Mutter eine Geschichte von mir vorgetragen, also nur so nacherzahlt und die meinte dann am Ende einfach nur: Bisschen schmonzettig! Und das hat mich einfach Wochen der Selbstzweifel gekostet, und wenn morgen der Verleger kommt... 00�00 Nadja: Ist schon gut. Ich hab�s verstanden. Die Sachen mussen in den Kuhlschrank. 00�00 Leon: Tut mir leid. Scheibe. 00�00 Felix: Nimm mal die Gr��ere, die Gro�ere... 00�00 Devid: Die sind gleich... 00�00 Felix: Leg es immer so gerade... 00�00 Felix: Es ist heib. Heib! 00�00 Devid: Ja. 00�00 Leon: Nadja? Ich wollte fragen, ob Du vielleicht doch Lust hast, einen Blick auf das hier zu werfen. 00�00 Nadja: Auf die Schmonzette? 00�00 Leon: Das war blod. Entschuldige. Ich wollte auf keinen Fall Dich und die Putzfrau in einen Topf werfen. Ich bin... bl�d in letzter Zeit. 00�00 Nadja: Okay. Na, gib schon her? 00�00 Leon: Jetzt sofort? 00�00 Nadja: Ja, das ist es doch? 00�00 Leon: Ja. 00�00 Nadja: Du wolltest es mir doch geben? 00�00 Leon: Ja, schon. Willst Du es jetzt gleich lesen? 00�00 Nadja: Ja sicher. Ist ja jetzt nicht so lang. Seiten. Raumst Du das schon mal in den Kuhlschrank? Dann fang ich schon mal an. 00�00 Leon: Ja, sicher. 00�00 Nadja: Cool. 00�00 Felix: Nimm mal hier. 00�00 Devid: Wow, ist das warm! Ich pack�s nicht. Leon? Felix und ich wollen schwimmen gehen, also wenn Du Lust hast... 00�00 Leon: Ja, spater vielleicht. Ich warte noch auf Nadja. 00�00 Devid: Ach, ist sie da? 00�00 Leon: Ja. In ihrem Zimmer. Sie liest gerade. 00�00 Devid: Ach. 00�00 Felix: Ich hab Dir doch gesagt, dass er nicht mitkommt. 00�00 Devid: Ja, Leon kommt vielleicht mit. Wartet noch auf Nadja. 00�00 Felix: Wo ist sie denn? 00�00 Devid: In ihrem Zimmer. Liest. 00�00 Felix: Dein Buch? Wirklich? Du lasst sie... 00�00 Leon: Ja. Was ist denn? 00�00 Felix: Nix. Nix nix. Komm. 00�00 Leon: Was? 00�00 Felix: Komm bevor es dunkel wird. 00�00 Devid: Dein Fotoapparat? 00�00 Felix: Im Rucksack. 00�00 Leon: Und? Hat Dir nicht gefallen? 00�00 Nadja: Nee. 00�00 Leon: Geht es vielleicht auch ein bisschen genauer? 00�00 Nadja: Weibt doch selber, dass das Bullshit ist. Ich mach Gulasch. Wir k�nnen sp�ter ja noch mal reden. 00�00 Leon: Ja, ich gehe mal schwimmen, ist besser so... Fuck! Naturlich versteht sie es nicht. Scheib Eisverkauferin! Scheibe! 00�00 Devid: Leon, soll ich Dir noch einen Teller Gulasch warm machen? 00�00 Leon: Danke. Ich hab keinen Hunger. Lass mal. 00�00 Devid: Lass nochmal das probieren mit dem� 00�00 Felix: ... Kreis � Ja, war echt cool, aber wir m�ssen einfach� die Augen auf den Ball! � Ja? Kampfen um den Ball. 00�00 Nadja: Also jetzt funktioniert�s. 00�00 Felix: Ja� Nochmal zur�ck� Bring den ins Spiel... bring den einfach mal ins Spiel, Leute� Bring ihn ins Spiel� Lass mal den anderen Ball ins Spiel bringen. 00�00 Devid: Ja, jetzt. 00�00 Felix: Ja! 00�00 Devid: Ich rette euch hier einfach den Arsch damit� 00�00 Leon: Nein� 00�00 Nadja: Sind wirklich d�nn die Wande hier. 00�00 Leon: Was machst Du denn hier? 00�00 Nadja: Mein Zimmer ist ja offensichtlich belegt. Und da hat Felix mir sein Bett angeboten. 00�00 Leon: Was ist mit der Couch im Wohnzimmer? 00�00 Nadja: Ja, wollte ich, aber wir haben die T�r aufgelassen und da ist jetzt ne Riesen-Muckenplage. 00�00 Leon: Sag mal, wer ist denn da druben? 00�00 Nadja: Ja, wer wohl? Ach, Leon. 00�00 Leon: Felix mit... Ich dachte, der ist Dein Freund. 00�00 Nadja: Felix meint, dass heute Nacht das Meer leuchtet. Hast Du es schon mal gesehen? 00�00 Leon: Er hat mir davon erzahlt. 00�00 Nadja: Devid sagt, das heilb Biolumineszenz. Wegen der Algen irgendwie. Ich schau mir das jetzt an. Magst Du mitkommen? 00�00 Leon: Ich bin mude. Ich hab morgen einen harten Tag. 00�00 Nadja: Komm doch mit. Ich finde das Meer nachts ein bisschen gruselig. War ein bisschen hart, nicht? 00�00 Leon: Was war hart? 00�00 Nadja: Die Kritik. Meine Kritik. 00�00 Leon: Eine Kritik wurde ich das nicht nennen. Ich muss jetzt schlafen. Lustiges Auto. 00�00 Helmut: War das letzte, das sie hatten. Tag, Leon. Ja, sch�n hast Du es hier. 00�00 Leon: Wie ist die Uwe Johnson Suite? 00�00 Helmut: Ja, ja, sehr schon. Ich werd nur nicht viel davon haben. 00�00 Leon: Wieso nicht? 00�00 Helmut: Ja, ich muss morgen fr�h gleich weiter nach Berlin. 00�00 Leon: Ich dachte, wir haben das ganze Wochenende. 00�00 Helmut: Nee. Leider was dazwischengekommen. Ja, lass uns mal anfangen. Wir haben ja nicht soviel Zeit. 00�00 Helmut: Grobartig. Hier hast Du geschrieben, ja? 00�00 Leon: Nur die letzten Feinheiten. Das meiste habe ich in Berlin geschrieben. 00�00 Helmut: Ist doch ein toller Platz. Habt Ihr gemietet? 00�00 Leon: Nein, der Vater von Felix, von meinem Freund, hat es gekauft. Ist vor sechs Jahren gestorben, oder so. 00�00 Helmut: Und der Felix, der macht jetzt hier Urlaub, wahrend Du... 00�00 Leon: Nicht ganz. Er macht eigentlich noch seine Mappe fertig. 00�00 Helmut: Was fur eine Mappe? 00�00 Leon: Bewerbungsmappe fur die UDK. Wollen wir mal lesen? 00�00 Helmut: Ja, fangen wir an. Du brauchst nicht mitzulesen, Leon. Hore mir einfach mal zu. Ich les vor und Du h�rst mir einfach mal zu. Ja? 00�00 Leon: Ich dachte, ich lese Dir vor. Haben wir das beim letzten Buch auch so gemacht? 00�00 Helmut: Nee. Aber lass uns das jetzt mal so machen. Einfach zuh�ren. Ja. Dann fang ich jetzt an. So, pass auf... Soph hatte den Kleinen auf dem Arm, der an ihrer Bernsteinkette nuckelte. Er zahnt, sagte sie, der Speichel des Kleinen lief ihr in de Ausschnitt, lange Speichelfaden zitterten im Windzug. Ich hatte Soph seit zwei Jahren nicht mehr gesehen, hatte auch nur selten an sie gedacht. In den letzten Monaten, als klar war, dass ich zuruck nach Berlin muss, dann doch haufiger. Jetzt wollte ich sie umarmen und wir verrenkten uns, um den Kleinen nicht zu zerdrucken, der sich nicht storen lieb und weiterspeichelte und herumgurrte wie eine der Berliner Tauben. Ich gehe ihn mal schnell wickeln, sagte sie. Bin gleich zuruck. Und dann sab ich in der Kuche. Ich wartete. Ich dachte nach. Hatte sie mir in einer der Mails davon erz�hlt, dass sie ein Kind erwartet? Hatte ich das uberlesen? Ganz sicher. Hatte mir doch vorgestellt, ja ausgemalt, wie ich sie jetzt abhole, und wie wir r�ber in den Grill gehen und nachher in den Club. Noch im Flugzeug, im Wegdammern, waren das fast ausschlieblich Soph-Traume, die ich mir da zusammenbegehrte. Ich habe Soph in den Armen gehalten, hinten an der Spree, und die Sonne ging gerade auf und wir rochen nach Zigaretten und Tanz und es war der Schweib der Nacht, der in ihrem Ausschnitt glanzte. Gibt es Ger�che in Tr�umen? Oder nur Bilder und T�ne? Hier jetzt, in einer Einbauk�che, in einem der scheublichen Berliner Townhouses, roch es nach Kinderscheibe. Sie muss doch ein Kind erwahnt haben, dachte ich. Und mit wem lebte sie� Entschuldige, ich muss mal hier drangehen. Ja? Ist wirklich wichtig. Ja. Ja, Werner. Ja. Ja, das hatten Sie ja schon gesagt. Ja. Und soll ich da direkt in die Praxis kommen. Oder? Gut. Ja. Ja. 00�00 Leon: Scheibe. 00�00 Helmut: Ja. Ja. Ja. 00�00 Nadja: Hallo. 00�00 Helmut: Helmut Werner. 00�00 Nadja: Hallo. Nadja. Freut mich sehr. 00�00 Helmut: Ich bin der Verleger. 00�00 Nadja: Ja. Leon hat erzahlt, dass Sie kommen. Schon. Sind Sie gut angekommen? 00�00 Helmut: Ja, ja, klar. Kein Problem. Ist ja wunderbar hier. 00�00 Nadja: Ja, hat das geklappt uber die Autobahn, mit den Branden? Ich mach nachher Gulasch, falls Sie noch nichts vorhaben, dann sind Sie zum Essen eingeladen. Wenn Sie mochten. Also wenn Sie das blod finden naturlich nicht. Aber... 00�00 Helmut: Nein, nein, nein. Gerne, ja. 00�00 Nadja: Ja? 00�00 Helmut: Ja. 00�00 Nadja: Okay, sch�n. Dann noch viel Spab. Also viel Erfolg. 00�00 Helmut: Entschuldige. 00�00 Leon: Alles gut. 00�00 Helmut: War wirklich wichtig. Die ist ja nett, die Nadja. 00�00 Leon: Ja. Habt ihr Euch unterhalten? 00�00 Helmut: Sie macht sich Sorgen. 00�00 Leon: Woruber macht die sich denn Sorgen? 00�00 Helmut: Wegen der Waldbrande. 00�00 Leon: Ach, die sagen hier, dass die Winde meistens vom Meer ins Landesinnere wehen. So ist das hier nicht gefahrlich. Alles gut. 00�00 Helmut: Wir sind zum Essen eingeladen. 00�00 Leon: Wie bitte? 00�00 Helmut: Nadja kocht heute. 00�00 Leon: Ich dachte, wir gehen in die Stadt. Ich habe mich ein bisschen erkundigt. Da gibt es einen ganz guten... eine ganz gute Fischerhutte.... 00�00 Helmut: Ach komm, das ist doch viel sch�ner hier. Komm, lass uns mal weitermachen. Ja? 00�00 Leon: Ja. 00�00 Helmut: So, warte mal. Ich war bei Flugzeug... 00�00 Leon: Ja. 00�00 Helmut: ...Soph, Traume... 00�00 Leon: Flugzeug, ja. 00�00 Helmut: Ich gehe nochmal ein kleines Stuck zuruck, weil da ist schon eine Stelle, wo ich nicht so richtig verstehe, warum... Hor mir einfach mal zu. Ja? Gibt es Geruche in Traumen? Oder nur Bilder und T�ne? Hier jetzt, in einer Einbauk�che, in einem der scheublichen Berliner Townhouses, roch es nach Kinderscheibe. Sie muss doch ein Kind erwahnt haben, dachte ich. Und mit wem lebte sie hier. Ich konnte sie singen h�ren, wahrscheinlich wollte sie den Kleinen � war es uberhaupt ein Junge, verdammt, hatte er nicht irgendeinen blauen Strampler an, also wahrscheinlich ein Junge � zum Einschlafen bringen. 00�00 Helmut: Wissen Sie schon, wie Sie die Bilder arrangieren wollen? Also erst die Portraits und dann die R�ckenansicht mit dem Meer? Oder wie wollen Sie es machen? 00�00 Felix: Was meinen Sie? Erst die Portraits? 00�00 Helmut: Ja. Unbedingt. Das ist sch�n, sehr sehr schon. Darf ich noch einen Vorschlag machen? 00�00 Felix: Hm. 00�00 Helmut: Eine dritte Ebene. 00�00 Felix: Das Meer. Nur das Meer. Ganz still, ganz leer. Hat Devid auch vorgeschlagen. 00�00 Helmut: Ist Devid Ihr Professor? 00�00 Felix: Nein, ist mein Freund. 00�00 Helmut: Ah. Wenn ich noch was sagen darf, das sind ja jetzt so ganz schlichte schwarz/weib Kopien... 00�00 Felix: Ja, im Dorf gab es irgendwie keinen Farbdrucker. Die Laserpatronen... 00�00 Helmut: Nein, nein. Ich finde das, ich finde das gerade gut. Ja. Dadurch gehort das alles zusammen, ist das alles, wie soll ich das sagen, eine..., eine Ebene. Ist sehr..., das wird eine sehr sehr sch�ne Mappe. 00�00 Felix: Danke. 00�00 Helmut: Mussen Sie dazu auch irgendwelche Texte schreiben, wie beim Ausstellungskatalog, oder...? 00�00 Felix: Ja, leider. 00�00 Helmut: Wieso leider? 00�00 Felix: So mit Texten, Schreiben �berhaupt, das ist nicht mein Ding. 00�00 Helmut: Och, ja. Ja wenn Sie nicht weiterkommen, dann melden Sie sich einfach, wenn Sie wieder in Berlin sind. Denken wir uns schon was aus. Ja. Keine grobe Sache. 00�00 Nadja: Essen ist fertig. Leon, kannst Du mir tragen helfen. So viel ist das nicht, wir schaffen das zu zweit. Macht ihr mal weiter. Kommst Du? 00�00 Leon: Das machst Du doch extra, oder? Das ist mein Verleger da drauben. Der ist gekommen, damit wir arbeiten. Was soll der Scheib? Jetzt hangt er da ab mit diesen beschissenen Fotos und ich mach hier den` Tischdienst, oder was? 00�00 Nadja: Tut mir leid, aber Ihr habt doch noch die ganzen nachsten Tage. 00�00 Leon: Nein, haben wir nicht. Er fahrt morgen. Morgen fr�h. 00�00 Nadja: Ist nicht gut gelaufen? 00�00 Felix: Devid, hah? Was ist das? 00�00 Devid: Ha? 00�00 Felix: Was ist das? 00�00 Devid: Ein Traktor. MTS. Ich hab Wein mitgebracht. 00�00 Felix: Danke, danke sch�n. Das ist Helmut, Leons Verleger. Devid. 00�00 Devid: Hi. 00�00 Felix: Wo hast Du den her? 00�00 Devid: Hab ich von einem Kumpel von meinen Eltern. Wir konnen damit das Auto abschleppen. 00�00 Felix: Ja stimmt. 00�00 Devid: Mega super. Das zieht dir alles weg. 00�00 Felix: Das ist gut, das ist gut. Leon, kannst Du den Wein mal kaltstellen? Und nach dem Essen schleppen wir den Wagen ab. Devid! Hast Du uberhaupt ein Abschleppseil? 00�00 Devid: Du hast doch eins hinten im Auto bestimmt. 00�00 Felix: Nee, im Schuppen vielleicht. 00�00 Devid: Ja, bestimmt. Aber nach dem Essen. 00�00 Felix: Nach dem Essen. 00�00 Helmut: Nadja, das ist sehr, sehr gut. 00�00 Nadja: Danke. Aber das habe ich gar nicht selbst gekocht. Das ist aus der Hotelk�che. Ist ubrig geblieben. 00�00 Helmut: Die verteilen hier die Sachen, die ubrig bleiben? Ist ja ehrenwert. 00�00 Nadja: Ja, an die Mitarbeiter. 00�00 Helmut: Sind Sie in der Gastronomie? 00�00 Nadja: Saisonkraft. 00�00 Devid: Sie hat ihr Stipendium nicht bekommen. 00�00 Helmut: Was fur ein Stipendium? 00�00 Devid: Hans Bockler? 00�00 Helmut: Ach so, ja, das ist schwierig im Moment, habe ich gehort. F�r was hatten Sie denn das Stipendium beantragt? 00�00 Devid: Sie schreibt ihre Doktorarbeit. 00�00 Helmut: Ah ja. Welche Fakultat? 00�00 Nadja: Literaturwissenschaft in Marburg. 00�00 Helmut: Tatsachlich? Und was f�r ein Thema hat Ihre Dissertation? 00�00 Nadja: ahm... 00�00 Helmut: Entschuldigt, ich gebarde mich hier... Ich will kein Verhor anstellen. Das interessiert mich wirklich. 00�00 Nadja: Ich schreibe uber den Romanzero� von Heinrich Heine. 00�00 Helmut: Aha. Und was ist da genau Ihr Thema? Interessiert mich wirklich. Ich liebe Heine. 00�00 Nadja: Das Beben der Liebe in Heines Romanzero. Also es geht um die Darstellung. Das Beben der Darstellung. 00�00 Helmut: Kennen Sie den Text von Werner Hamacher uber das Beben in der Darstellung in Kleists Erdbeben von Chili? 00�00 Nadja: Ja, das ist sozusagen die Referenz. 00�00 Helmut: Tatsachlich? Was ist denn ihr Lieblingsgedicht? 00�00 Nadja: Pfhh, ahm... 00�00 Helmut: Also eines, das Sie besonders mogen? 00�00 Nadja: Der Asra�. 00�00 Helmut: Der Asra�? Ja... Eines Tages� nein: Taglich ging die wunderschone / Sultanstochter auf und nieder / Um die Abendzeit� 00�00 Nadja: �am Springbrunn. 00�00 Helmut: �am Springbrunn� 00�00 Nadja: Wo die weiben Wasser pl�tschern. 00�00 Helmut: Wo die weiben Wasser platschern. Taglich� 00�00 Nadja: �stand der junge Sklave / Um die Abendzeit am Springbrunn, / Wo die weiben Wasser pl�tschern; / Taglich ward er bleich und bleicher. // Eines Abends trat die Furstin / Auf ihn zu mit raschen Worten: / Deinen Namen will ich wissen, / Deine Heimath, deine Sippschaft!� // Und der Sklave sprach: �Ich heibe / Mohamet, ich bin aus Yemmen, / Und mein Stamm sind jene Asra, / Welche sterben wenn sie lieben.� 00�00 Felix: Das ist wunderschon. 00�00 Devid: Nochmal. 00�00 Felix: Ja, nochmal. 00�00 Nadja: Echt jetzt? 00�00 Helmut: Ja, bitte. 00�00 Nadja: Taglich ging die wunderschone / Sultanstochter auf und nieder / Um die Abendzeit am Springbrunn. / Wo die wei�en Wasser platschern. / Taglich stand der junge Sklave / Um die Abendzeit am Springbrunn, / Wo die weiben Wasser pl�tschern / Taglich ward er bleich und bleicher. // Eines Abends trat die F�rstin / Auf ihn zu mit raschen Worten: / �Deinen Namen will ich wissen, / Deine Heimath, deine Sippschaft!� // Und der Sklave sprach: �Ich heibe / Mohamet, ich bin aus Yemmen, / Und mein Stamm sind jene Asra, / Welche sterben wenn sie lieben.� 00�00 Felix: Wir holen das Auto. 00�00 Felix: Wir fahren jetzt mal los, das Auto holen. Nadja: Braucht Ihr Hilfe? 00�00 Felix: Nee, das schaffen wir schon. Wie lange brauchen wir? 00�00 Devid: Ne Stunde, anderthalb. 00�00 Felix: Ne Stunde, anderthalb. Dann fahren wir mal los, ja? 00�00 Devid: Das Seil? 00�00 Felix: Ah, im Schuppen. 00�00 Nadja: Sollen wir vielleicht was trinken? 00�00 Helmut: Gerne, ja. 00�00 Nadja: Auf das Gulasch... Was vom Weibwein? Huch. Kommst Du? Nimmst Du noch ein Glas mit? 00�00 Devid: Scheibe. Ist Asche. 00�00 Felix: Ist Asche! Ist Asche! 00�00 Devid: Komm, lass uns los. 00�00 Felix: Los! 00�00 Felix: Komm, nimm mal das Seil. 00�00 Leon: Nadja! Du tust so, als warst Du Eisverkauferin. 00�00 Nadja: Was? 00�00 Leon: Du bist Literaturwissenschaftlerin. Warum hast Du mir nichts gesagt? 00�00 Nadja: Weil Du mich nie gefragt hast. 00�00 Leon: Ich hab Dir mein Manuskript gezeigt. Das war doch... 00�00 Nadja: Helmut! Helmut! Was hast Du? Helmut, kriegst Du Luft? Leon, wir brauchen einen Krankenwagen! 00�00 Leon: Ja. 00�00 Nadja: Kannst Du aufstehen? Atme! Was ist jetzt? Leon! 00�00 Leon: Ich komm nicht durch! 00�00 Nadja: Scheibe! Komm, hilf mir. Komm, wir gehen zum Auto. Wir bringen Dich ins Krankenhaus. Komm, hoch. Ist alles gut. Ist ok. 00�00 Nadja: Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht� Sitzt Du gut, Helmut? 00�00 Leon: Ich hab keinen F�hrerschein. 00�00 Nadja: Ist doch scheibegal. Jetzt fahr einfach. 00�00 Leon: Nein. Ich kann das nicht. Nein, ich kann das nicht! 00�00 Nadja: Leon! Weibt Du, wo das Krankenhaus ist? 00�00 Leon: Nein. 00�00 Nadja: Beim Hotel da links. Und dann ist ausgeschildert. Vorsicht, geht los. 00�00 Leon: Nadja? 00�00 Krankenschwester: Der Herr Werner ist jetzt auf der Vier! Treppe hoch und dann links. 00�00 Nadja: Komm. 00�00 Leon: Ich hab brennende Wildschweine gesehen. 00�00 Nadja: Im Traum? 00�00 Leon: Im Wald. So ein Frischling. Ist vor meinen Augen gestorben. 00�00 Helmut: Oh, ah, Entschuldigung. Ich komm gleich nochmal. Ja? 00�00 Nadja: Was hast Du? 00�00 Helmut: Saufen und Laufen muss ich in den nachsten Tagen. Bis es drauben ist. Nierensteine. Hab gehort, hier w�r der Kaffee besser. Weib nicht, ob�s stimmt. Ich wurde euch gerne auf eine Tasse einladen, oder einen Becher, aber ich muss gleich los nach Berlin. Ich schaff es auch nicht nochmal zu Euch rauszukommen. Leider. Ja... Danke! Danke fur den schonen Abend und das tolle Essen. Geniebt die Zeit, die ihr noch habt hier. Und grubt den Devid und den Felix, ja. Ich geh dann nochmal zum Doktor rein. Ihr m�sst mal schlafen gehen. Ihr seht m�de aus. Also, passt auf Euch auf, ja. Entschuldigung. Ach, Nadja? Hast Du den Autoschlussel? 00�00 Nadja: Ach so, ja. Hier gibt es doch gar keine Kaffeeautomaten? Oder? War�s schlimm? 00�00 Helmut: Ja, schon. Was ist mit Leon? 00�00 Nadja: Der ist doch vollig verzweifelt. 00�00 Helmut: Leon. Leon, pass mal auf, Du wirst... wirst ein wunderbares Buch schreiben. Ja? Lass uns mal gerade hier hin setzen. Aber dieses hier, Club Sandwich, das wird es nicht sein. Leg es weg. Ganz. Schreib was Neues. Und das wird dann richtig. Das weib ich. Ich werde die Arbeit begleiten, solange ich kann. Und ich freue mich darauf. Und irgendwann �bernimmt dann die Katharina Kunkel. Ich habe euch einander doch mal vorgestellt, in Frankfurt. Das ist eine sehr gute Lektorin. 00�00 Leon: Ihr haltet mich fur komplett bescheuert, oder? Ich hab euch doch gesehen. 00�00 Nadja: Leon. 00�00 Leon: Ich habe doch gesehen, dass ihr... Was hast Du ihm gesagt? Er hat Dich doch gefragt, ob Du mein Buch gelesen hast? Was hast Du ihm gesagt? Naturlich hat er Dich gefragt. Ich kenn ihn. Fuck! 00�00 Nadja: Leon, horst Du bitte auf damit. 00�00 Leon: Leon, horst Du bitte mal damit�� Hor Du doch mal auf damit! Macht Ihr jetzt den Heine zusammen, ja? Beben der Liebe�! Ja! Das wird ihm gefallen! Und der Leon kann sich mit deren ihrer verfickten Praktikantin einen Scheib aus den Fingern saugen! 00�00 Nadja: Das ist echt noch bloder als Dein Buch. Merkst Du irgendwas noch? Siehst Du irgendwas, was um Dich rum passiert? Hast Du Helmut einmal zugehort? Weibt Du, was das f�r eine Station war, die Vier�? Nichts kriegst Du mit! 00�00 Leon: Was soll das heiben? 00�00 Nadja: Es geht nicht immer nur um Dich! 00�00 Leon: Welche Station? 00�00 Nadja: Die Onkologie, Du Arschloch! 00�00 Leon: Nadja? 00�00 Leon: Wir sollten weg von hier. Das Feuer kommt. Verzeih mir bitte. Aber ich muss Dir sagen, dass ich vom ersten Moment an, in Dich verliebt war. Ich denke Tag und Nacht an Dich. Das eben am Meer... 00�00 Polizist: Frau Schubert? 00�00 Nadja: Ja. 00�00 Polizist: Wir mussen eine traurige Nachricht uberbringen. Wir haben zwei Tote gefunden. Devid Micoud und Felix Wagner. 00�00 Helmut: Das Feuer muss wie eine Walze auf sie zugekommen sein. Der junge Mann ist dann wohl noch vom Traktor abgesprungen, nach hinten, den anderen jungen Mann warnen. Um sie herum dann �berall die Flammen. Wenn sie den anderen Waldweg genommen h�tten, ja, dann h�tten sie eine Chance gehabt. Dahinter ist ja die Sengeswiese, ein freies Feld. Sind dann aber nach rechts, in den alten Postweg. Das war die Sackgasse. Als sie das dann realisierten, war es zu sp�t. Da war es schon um sie herum. Das Feuer. Der Polizist sprach sehr mitfuhlend, hatte gar nichts von den Polizisten, die in den Filmen das Entsetzliche �berbringen. Sie hatte darauf bestanden, die beiden noch einmal sehen zu d�rfen, obwohl der Polizist wie auch der Weibbekittelte in der Pathologie ihr davon abgeraten hatten. Jetzt standen sie hier, vor einem Tisch, der breiter war als die anderen im Raum, und er bemerkte, dass sie zwei der Obduktionstische zusammengeschoben hatten. Der Polizist trat einen Schritt zur�ck, als der Pathologe das Tuch wegzog. Dort lagen sie. Sie hielten sich umarmt. Der Pathologe erkl�rte sp�ter, dass sie nicht erstickt seien, was ja heilb, dass sie verbrannt sind, bei lebendigem Leib. Und er sah sie neben sich, die auf die beiden K�rper hinabschaute, die man nicht trennen konnte, so waren sie ineinander. Und dann sah er, dass sie weinte. Und er sah zu Boden und sp�rte, dass sie ihn anschaute. Und er wollte weinen. Aber statt zu weinen dachte er an die Liebenden in Pompeji, ein Bild der Ausgrabungen. Er sch�ttelte den Kopf, als wolle er die Bilder und diese Gedanken vertreiben und wirklich trauern, hier und jetzt, hier mit ihr. Und dann schaute er sie an und ihr Blick, tr�nen�berstr�mt, der ihn traf. Lange schaute sie ihn an. Und dann ging sie. Er musste bleiben. Die Mutter seines Freundes musste doch informiert werden. Er folgte dem Polizisten zur Wache. Das alles dauerte ein wenig, ein paar Stunden vielleicht. Als er am Nachmittag wieder zum Haus kam, da war sie fort. Ihr Zimmer leer. Er ging durch das stille Haus. Hatte die Hoffnung, dass sie vielleicht etwas hinterlassen hat. Drauben dunkelte es. Er ging hinunter zum Meer. Durch die D�nen. Er setzte sich in den Sand. Er wartete. Das Furchtbare ist, dass sie alle recht haben, dass er all das irgendwann einmal vergessen kann. Das Haus. Das Meer. Und sie. Ganz selten, nur in Augenblicken, wenn ihn die Einsamkeit qualt und er traurig ist, wird ihn eine undeutliche Erinnerung uberfallen und vielleicht erscheint es ihm dann, dass man sich auch seiner erinnert, auf ihn wartet und sie sich wieder begegnen werden. Wo bist Du?Als er aufschaute, da war es Nacht. Das Meer leuchtete.� 00�00 Helmut: Ich hab mit Felix Mutter gesprochen. Sie hat sich sehr gefreut, dass Du ihm das Buch widmen willst. Also,gefreut ist vielleicht der falsche Ausdruck. Sie war sehr ber�hrt. Du hast ihr das ganze Buch vorgelesen. 00�00 Leon: Ja, sie wollte es so. Hat sie Dich angerufen? 00�00 Helmut: Ich hab sie angerufen. 00�00 Leon: Warum? Also, ich hab doch die Namen ver�ndert, also rechtlich... und auch die Orte. Das sollte doch... 00�00 Helmut: Nicht deswegen. Ich wollte ihr Einverst�ndnis hierf�r. 00�00 Leon: Als Titel? 00�00 Helmut: Nein, kein Bild auf den Titel, um Gottes Willen. Ich dachte, fur den Schluss. �Als er aufblickte war es Nacht. Das Meer leuchtete.� 00�00 Leon: Ist das Nadja? 00�00 Helmut: Meinst Du? Das ist das einzige Foto, zu dem es kein Portrait gibt. Du musst mich mal Minuten alleine lassen. 00�00 Leon: Kann ich Dir irgendwie helfen? 00�00 Helmut: Nee, nee, da kommt gleich jemand, der macht das professionell. Immer mit dem Satz: Na, Herr Werner, dann wollen wir mal. Hast Du was zu lesen dabei? 00�00 Leon: Nein. 00�00 Helmut: Das ist hier, von so einem jungen Islander, ich bin mir nicht sicher. Kannst Du mal reinlesen? Wurde mich interessieren, was Du dar�ber denkst. Ja! 00�00 Pfleger: Herr Werner. 00�00 Helmut: Ja, ja, kommen Sie rein. 00�00 Pfleger: Ja, dann wollen wir mal.