ANGELINA BEDIENUNG BODO CARLA CHARLOTTE DAVID ELKE ERZAHLERSTIMME FELIPE FERNSEHKOMMENTATOR FRANZISKA FRED HERBERT HOLGER JANIS_JOPLIN JESSICA JUAN JUAN_UND_KLAUS JUNGE KASCHMIRPULLOVER KELLNERIN KLAUS LILLI LINDA LUCY MANN PACO PACOS_FREUNDIN PHILIP RITA ROBERT ROBERT_CHARLOTTE SPANIERIN STEWARDESS TAMARA UNNA VERA WERNER ZOLLBEAMTIN ERZAHLERSTIMME � Uns geht es gut", sagte der kleine Tiger, ,, und wir brauchen uns vor nichts zu f�rchten, weil wir n�mlich auch noch stark sind."Aber eines Tages schwamm auf dem Flu� eine Kiste vorbei. Der kleine B�rfischte sie aus dem Wasser, schnupperte und sagte:,, Oh! Bananen!" Die Kiste roch n�mlich nach Bananen, und es stand etwas geschrieben auf der Kiste:,, Pa-na-ma ", las der kleine B�r. CARLA Mach' dich nicht so breit. ERZAHLERSTIMME ,,Die Kiste kommt aus Panama." PHILIP Mach' dich selber nicht so breit. ERZAHLERSTIMME ,,Panama riecht von oben bis unten nach Bananen." CARLA Toll, ich habe gar nichts gemacht. Guck mal, wie ich zusammengequetscht bin. LUCY Aufh�ren jetzt! - Guckt doch mal aus dem Fenster. ERZAHLERSTIMME �Panama ist das Land unserer Tr�ume. Wir m�ssen morgen sofort hin. " LUCY Ist es nicht sch�n? ERZAHLERSTIMME ,, Oder was sagst du, Tiger?" - ,, Sofort morgen", sagte der Tiger, ,, weil wir unsja vor nichts zu f�rchten brauchen, B�r.Aber meine Tigerente mu� auch mit,ja. " WERNER Ola. Adonde vas? - Sind Sie Deutsche? Das sehe ich an Ihren Schuhen. Ich war n�mlich mal Schuhvertreter. Jetzt mache ich in D�ngemitteln. Klingt nicht gerade attraktiv, was? Aber da steckt Geld drin, mehr als in Schuhen. Wir leben jetzt seit f�nf Jahren hier in Spanien... Wollte immer 'n Zitronenbaum haben, schon als kleines Kind. So was verstehen Frauen eben nicht... Die wollen 'n anst�ndiges Badezimmer und ne Einbauk�che... und da� du zu Hause sitzt und spurst. Sitz, Werner, braver Werner, guter Werner, nee, nee, nee, so nicht, b�ser Werner, b�ser Werner, sitz, pfui, aus. - Red's nich' gerne, was? --- Taubstumm. Du kannst �berhaupt- du kannst �berhaupt nichts h�ren? Das tut mir jetzt wirklich sehr leid. Du kannst kein Wort verstehen, wirklich? - Sch�n! Schau mal, wie sch�n! Sch���n! - Sag mal, was soll'n das? Spinnst du? - Warte, ich hol' sie dir. - Brauchst du die nicht mehr? Du bist schon 'ne verr�ckte Kleine! - Hotel ... wir beide? Komm, trink' mal was! FERNSEHKOMMENTATOR Y /legaron al lugar que se /lama G6lgata. Y le crucificaron. Y la tierra se cubri6 de tinieblas. WERNER Gef�llt es dir hier? F�hlst du dich okay? FERNSEHKOMMENTATOR Dios mio, dios mio, porque me has abandonado? Y Jeslls entreg6 su es piritu. Y el cielo se rasg6 en dos partes y la tierra temb/6. Y las piedras se... WERNER Ich m�chte, da� es dir gut geht. FERNSEHKOMMENTATOR ...y los sepulcros se abrieron y muchos cuerpos resucitaron. Y los que guardaban a Jesus llenos de temor decian: Verdaderamente, este era hijo de dios. JANIS JOPLIN Micky beach, Rio. WERNER Schlag mich. Fest. Ganz fest. - Bitte. KLAUS Franzi, bist du's ? Ich bin's. Wie geht es dir? Och, ich wollte nur mal anrufen. Ich bin gerade in Spanien, in unserem Hotel. Alles hier erinnert mich an dich. Ich kann dich nicht vergessen. Und wir haben hier 28 Grad. Die Orangenb�ume bl�hen. Du, ich wette, es ist schweinekalt in M�nchen, du frierst dir wieder den Arsch ab, du kleine Frostbeule. FRANZISKA Stimmt nicht. Es ist das sch�nste Fr�hlingswetter. KLAUS Du nimmst dirjetzt tausend Mark aus der Kasse, f�hrst mit der S-Bahn raus zum Flughafen und steigst in die n�chste Maschine nach Malaga. Ich hol dich ab,ja? FRANZISKA H�r' auf mit dem kindlichen Kram, Klaus, ja. KLAUS Komm her zu mir, bitte. Komm her. Ich kann von hier das Meer sehen. Es ist blau bis zum Horizont und warm und unverge�lich sch�n. H�rst du das Meer, kannst du es h�ren? H�r mal! FRANZISKA Das Hotel lag gar nicht am Meer... Ich habe dich wirklich vergessen, vergi� du mich einfach auch. Und ruf nicht mehr an. Das ist hundert Prozent Kaschmir. Ja, Sie werden sehen. Einmal Kaschmir am K�rper und Sie wollen nie wieder etwas anderes. Kaschmir ist wie eine Droge. RITA Ja, ich wei� eigentlich - ach, ich glaub' nicht. FRANZISKA Schl�pfen Sie doch einfach mal rein. Nur so, f�rs Gef�hl. - Bei uns wird leider nicht mehr geheizt ab April, ja. RITA Ab morgen soll's auch wieder schneien, bis Ostern. FRANZISKA Na prima, im Schnee findet man die Ostereier besser. Ja, so bitte. - Und? Ja, ja, der sitzt ja wie angegossen. RITA Vor acht Monaten hatte ich noch Kleidergr��e 46. FRANZISKA Sie? Nein, das kann ich mir gar nicht vorstellen. RITA Doch, doch. Ich sah aus wie so'n - wie so'n Monster, wirklich wahr. FRANZISKA Es ist der letzte, den wir haben .Aber lassen Sie sich Zeit, ich brauche Sie nicht zu �berzeugen, Kaschmir spricht f�r sich. - So, ja. KASCHMIRPULLOVER Sieh dich an. Ich mache eine attraktive Frau aus dir, einen neuen Menschen... Du bist schlank, d�nn... Jetzt bist du bald so, wie du immer sein wolltest, bald, bald... Du hast heute nochfast nichts gegessen. Du hast mich verdient. RITA Ich habe immer gedacht, ich werde liebenswerter, wenn ich erst mal d�nn bin... Mein Leben w�rde sich �ndern, aber jetzt habe ich das Gef�hl, ich habe das einzig Liebenswerte an mir verhungern lassen... KASCHMIRPULLOVER Schscht. Ich werde gut zu dir sein, dich lieben, wenn dich sonst niemand liebt. FRANZISKA Kreditkarten nehmen wir leider nicht an, nur Schecks. RITA Ach so. Ich - ich hab's gar nicht weit bis nach Haus. Ich k�nnte so in - in zwanzig Minuten wieder hier sein. Solange haben Sie doch noch auf? FRANZISKA Ja, wenn Sie sich beeilen. Ich mu� heute p�nktlich zumachen. RITA Ich bin gleich wieder zur�ck. FRANZISKA Ihre Karte! Hallo. FRED Hallo Rita. RITA Was hast du gegessen? FRED Och, nur ne Kleinigkeit. - Hallo, mein Schatz. Fred. RITA FRED Ich habe auf dich gewartet. RITA Nicht jetzt. FRED Mein Liebling. Komm. RITA Wenn ichjetzt �nein" sage, dann schleicht er wieder tagelang stumm durch die Gegend. Ich werde im Wohnzimmer auf der Couch liegen und so tun, als ob ich lese, das leise "klack" vom K�hlschrank wird mir sagen, wo er ist, und ohne nachzusehen, werde ich wissen, da� er in der K�che am Tisch sitzt und das Schokoladeneis direkt aus der Schachtel in sich rein/ri�t. Wenn ich mich beeile, schaffe ich es noch bis Ladenschlu�... FRED Oh, mein Schatz! RITA Heute habe ich den ganzen Tage erst eine Banane, 90 Kalorien, ein Joghurt, 120 und zwei Kn�cke, 80 Kalorien, gegessen. Ich bin stolz auf mich, ich f�hle mich leicht wie eine Feder, ich habe mich komplett unter Kontrolle. -Ich werde mir heute Abend 50 Gramm Reis kochen mit einem kleinen St�ckchen Butter... braunen Reis... Ballaststoffe... Viel Wasser trinken... immer viel trinken... das bes�nftigt den Hunger... Ich habe Hunger... FRED Oh, mein Liebling, oh! RITA Ich habe Hunger. In meinem Bauch ist ein gro�es schwarzes Loch. Jch werde heute gar nichts essen. Gar nichts. Gar nichts. Gar nichts. - Eine Banane, 90 Kalorien, ein Joghurt 120, zwei Kn�cke 80. Eine Stunde Radfahren 220 Kalorien, Schlafen 60, Sex 150. RITA Komm bitte, bitte komm! FRED Warte, warte, nicht ohne dich, warte, mein Schatz, nicht ohne dich. KLAUS Wei�t du noch, unser Gummib�rchentest? FRANZISKA H�r auf, Klaus. KLAUS Komm, Franzi, ich k�nnte wetten, da� du irgendwo ne T�te Gummib�rchen rumliegen hast. Jetzt mach die Augen zu, und wenn du ein rotes Gummib�rchen ziehst, dann liebst du mich noch und du kommst sofort hierher zu mir. FRANZISKA Klaus, la� mich in Ruhe! Ich will nicht mehr auf verpi�ten Matratzen in billigen Hotels rumliegen und mir einreden, ich w�re besonders frei. Freier als alle anderen. Und wenn ich das Meer sehen will, dann fliege ich in die Karibik oder nach Bali oder sonstwohin. Dazu brauche ich dich nicht, ja!. RITA Vielen Dank! FRANZISKA Sie haben es doch noch geschafft. Sie werden es nicht bereuen. Sie werden sehen: Kaschmir ist wie eine Droge. RITA Ja. So, bitte. FRANZISKA Na- danke. RITA Dankesch�n. Vielen Dank. Wiederschaun. FRANZISKA Schei�e. ELKE Haben Sie noch alle? Sind Sie nicht ganz dicht? Hey? Hallo! FRANZISKA K�nnten Sie bitte damit aufh�ren? ELKE Eine Schei�e! Jetzt guck dir das mal an da! - Haben Sie Tomaten auf den Augen oder was? - Ich geh los und ruf die Polizei. Und wehe, Sie r�hren sich vom Fleck. Ich hab Ihr Nummernschild aufgeschrieben, ist das klar?. - Die Polizei ist in 'ner Viertelstunde hier. Geht Ihre Heizung? FRANZISKA Ich glaube ja. ELKE Schei�e, verdammte H�hnerschei�e. FRANZISKA Kann ich auch ne Zigarette haben? ELKE Sonst noch was? - Es gibt Leute, die sind zu bl�d, ein Loch in den Schnee zu pinkeln. Manchen Leuten sollte man den F�hrerschein �berhaupt nicht geben. Schei�e, verdammte. - Was ist in der Schachtel? FRANZISKA Mein Brautkleid. ELKE Echt? - Darf ich es mal sehen? Ich hab auch ganz saubere H�nde. FRANZISKA Aber erst die Zigarette ausmachen. Nicht im Aschenbecher, sonst stinkt das Auto noch tagelang. ELKE Wow, das ist ja der Wahnsinn! - Oh, wie sch�n, wie unglaublich sch�n. Nur um einmal im Leben so'n Kleid anzuhaben, w�rde ich heiraten. Das mu� sich anf�hlen, als wenn man in Schlagsahne schwimmt. FRANZISKA Okay, ziehen Sie's an. So kommen Sie wenigstens aus Ihren nassen Klamotten raus.- So, hier rein. Ich helf dir. ELKE Jetzt. - Steigt man von oben ein oder von unten? FRANZISKA Wie man will. ELKE Wo ist denn jetzt oben? - Oben geht's durch das Oberteil - hier, hier mu� ich rein. Und - Moment, ich geh nach vorn. Ja! FRANZISKA Ja! Und jetzt der Schleier. H�bsch, h�bsch, wirklich h�bsch. ELKE Ja? Ah, ich will mich in einem gro�en Spiegel sehen, ganz. - Ich hei�e �brigens Elke. FRANZISKA Franziska. ELKE Und, wann soll die Show steigen? FRANZISKA Sonntag um elf. ELKE Elf ist gut. FRANZISKA Warum? ELKE Weil die Sonne noch steigt. Es bedeutet zunehmendes Gl�ck. FRANZISKA Da haben wir ja Schwein gehabt. ELKE Freust du dich auf den sch�nsten Tag im Leben einer Frau? Es bedeutet doch Gl�ck, eine Braut zu sehen, oder? FRANZISKA Ich glaube, das gilt eher f�r Schornsteinfeger. ELKE Was ist das Problem? Liebst du den Kerl nicht? FRANZISKA Oh, doch, doch, doch. Wirklich. Sehr, bestimmt. Ich kenne ihn erst seit acht Wochen. ELKE Seit acht Wochen? Und da heiratest du ihn gleich? FRANZISKA Ich habe es einfach satt, da� sich mein Leben so anf�hlt, als w�r's - als w�r's nur zur Probe, und als finge morgen mein richtiges an... oder �bermorgen... oder was wei� ich wann.... ELKE Ich h�tte auch mal fast geheiratet, fast. Aber in Las Vegas, in so einer richtigen kitschigen Kapelle. Mit einer Harley w�ren wir direkt von der Kirche auf den Highway gefahren. Ich wollte auch unbedingt so'n wei�es Brautkleid haben, es h�tte so geil ausgesehen auf dem Motorrad, mit dem ganzen T�ll und dem Schleier im Wind. Wir hatten alles schon geplant... Ich sa� am Strand in Gomera, er wollte schwimmen gehen. Und zuerst wollte er gar nicht, weil das Wasser so kalt war, und ich habe noch �ber ihn gelacht. Und dann ist er einfach nicht mehr zur�ckgekommen. Was? FRANZISKA ELKE Das ist, als wenn dir das Gehirn explodiert. Du sitzt da und denkst die ganze Zeit, das gibt's doch nicht, das gibt's doch nicht. Dein Gehirn will nicht kapieren, da� es so ist. Das ist das Schlimmste, da� das Gehirn so langsam ist. FRANZISKA Nein, nein! Das Kleid wird doch ganz dreckig! ELKE Ich pass schon auf. FRANZISKA Wo willst du denn hin? ELKE Da vorne ist ne Kneipe, wo ich die Bullen gerufen habe. Auf der Toilette gibt's bestimmt nen Spiegel. BEDIENUNG Gr�� Gott. FRANZISKA Guck dir das mal an! Das krieg ich nie wieder raus. ELKE Reinigung. FRANZISKA Du darfst nicht glauben, da� ich meinen Mann nicht liebe, auch wenn das vorhin vielleicht so geklungen hat. ELKE N�, hat es nicht. - Das war unser Ehering. Wir hatten beide genau das gleiche Tattoo. Hat uns ein Mann in Hamburg gemacht. Der ist ber�hmt, ein richtiger K�nstler. Jetzt ist es ein bi�chen unpraktisch, wenn ich mich f�r Jobs vorstelle, die Leute sind so spie�ig drauf. Ich zieh dann den �rmel immer dr�ber, damit blo� keiner was sieht. Schei�k�lte. FRANZISKA Fehlt er dir sehr? ELKE Manchmal mache ich was total Bescheuertes. Ich habe noch das Tonband vom Anrufbeantworter mit seiner Ansage drauf. Das lege ich manchmal ein, und dann gehe ich aus dem Haus in eine Telefonzelle und rufe unsere Nummer an. Und da ist er dann pl�tzlich. So ne ganz tiefe Stimme hat er: ,Hier ist Michael Waltz und Elke Kammer. Leider sind wir im Moment nicht zuhause, bitte hinterlassen Sie uns eine Nachricht nach dem Pfeifton, wir rufen Sie dann so schnell wie m�glich zur�ck.' Und ich hinterlasse ihm dann eine Nachricht. Ziemlich daneben, was? KLAUS Ah, Mann, Spanien ist ein einziges Funkloch. FRANZISKA Ich bin nicht hier, ich bin nicht dort, ich bin an einem andren Ort. Nachrichtenfiir Franziska nach dem Pfeifton. KLAUS Franzi, verdammt noch mal, geh ran! Jetzt geh ran! Geh an das verdammte Telefon. Du sollst mit mir reden! Du, ich quatsch dir deine Mailbox voll, bis dein Handy platzt, ist mir ganz egal. - Ich bin taubstumm. Danke f�r ihre Hilfe. Phonbestimmtes Manualsystem. F-R-A-N-Z-1. ,F�r Linda - f�r Linda. Gegen die Angst: Unser Leben ist wie ein Blitz am Himmel, wie ein Wasserfall, der den Berg hinunterst�rzt. Vertu nicht deine Zeit. Wenn du i�t, dann i�. Wenn du schl�fst, dann schlaf. Wenn du einatmest, atme ein. Wenn du ausatmest, dann atme aus.' Hier, f�r dich. Eh! Que pasa? Estas bien? Ayuda?... Help? You need help? JUAN Dejame en paz, por favor. KLAUS Ist das alles, was Sie dabeihaben? - Das - das ist ja 'ne Urne. JUAN Mi mujer. Meine Frau, sie ist gestorben vor drei Tage. KLAUS Ich - ich wei� nicht, was ich sagen soll. JUAN Ist immer so mit euch Deutschen. Camessa balara. Ihr wi�t immer nicht, was ihr sagen sollt. Lo siento, sagt man, lo siento, senor. KLAUS Si. Lo siento, senor. JUAN Meine Frau war auch aus Deutschland. Hat ihr immer gefehlt, euer Deutschland... Das Gr�n, der Regen... Das Farbe Gr�n hat ihr gefehlt wie ein Mensch... Gr�n, wie ich dich liebe, gr�n... Verde, que te quiero, verde... KLAUS Verde viento, verdes ramas... JUAN Das kennst du? KLAUS Klar, Garcia Lorca. Verde, que te quiero, verde. Verde viento, verdes ramas. El barco... JUAN ... sobra la mar y el caballo en las montanas ... JUAN UND KLAUS Verde, que te quiero, verde. Verde viento, verdes ramas. EI barco sobra la mar y el caballo en las montanas. Verde, que te quiero, verde, que te quiero, verde, si si, que te quiero, verde, ja ja. KLAUS Salut! - Linda? Bist du Linda ? - Hey! Linda! Hey! Linda! BODO Kein Gep�ck? Find ich gut. Unabh�ngige Frauen ohne Gep�ck. Die meisten trauen sich ja nicht mehr aus dem Haus ohne mindestens vier Koffer, tonnenweise Make-up oder 'n Handy, hm? Ohne Handy ist man ja fast kein Mensch mehr. Diese Sucht, �berall erreichbar sein zu m�ssen, von �berall her quatschen zu wollen. Aufm Meer, vom Berg, vom Klo. Das ist doch schlimm, oder? Hey, sind Sie stumm? LINDA Ich find's so schlimm, wenn man ein Telefon hat, und es ruft sowieso keiner an. BODO Ich bin ganz froh, da� ich Sie mitgenommen habe. Eigentlich wollte ich ja alleine sein, aber Sie sahen so verletzlich aus in Ihrem d�nnen Kleidchen. Haben Sie gar keine Angst? LINDA Nee, wieso? BODO Ganz sch�n mutig. - Kurze Pinkelpause. LINDA Oh, Schei�e. Aber der ist kein Spinner, ich kann das doch riechen, der ist doch nicht verr�ckt... Das glaube ich einfach nicht... Oh, bitte, bitte nicht... Mich w�rde niejemandfinden, ich w�rde hier unter nem Busch verrotten, meine Knochen im Sand... Keiner w��te, wer ich bin ohne meine Handtasche... Meine Eltern w�rden sich f�r immer Sorgen um mich machen, immer hoffen, da� ich doch noch nach Hause komm. Aber nichts wird wieder gut. Oder alles wird gut. K�nnte doch auch sein, da� wir beide f�reinander bestimmt sind, er und ich, f�r immer. Man kann das doch nie wissen... Wo bleibt der blo�? BODO Hier. Hab ich gefunden. LINDA Mir hat noch nie jemand Rosen geschenkt. BODO Dann wird's aber h�chste Zeit. KLAUS Wie lange waren Sie denn verheiratet? JUAN Cuaranta y ocho arios y cuatro meses. KLAUS 48 Jahre? Mit der gleichen Frau? JUAN Na, na, na, na. Nicht mit der gleichen. Mit hundert verschiedenen. Jeden Tag eine andere. Eine, die du �berhaupt nicht kennst. Eine Vorhersehbare. Eine sehr, sehr Scho�ne. E'me ganz sch"on ?. ?. ?. ?. ?. ?. E'me Gutm�tige. Eine Schlechtm�tige. Eine Geliebte. Eine Mama. Ein Kind. Manchmal sanft wie ein Lamm, manchmal b�se wie eine Tiger. Manchmal ein Hippopotamo, manchmal Kolibri. Aber nie langweilig, das nicht. Eine Wunderbare. Una maravilloso. Sie fehlt mir, so wie in der W�ste der Regen. - Bei ihr war ich zu Hause. Sie war mein zu Hause, der Ort, an dem ich sein wollte. Wir waren keine Nacht getrennt... 48 Jahre... Kein einzige Mal... Und wenn sie dann so krank wurde, sie war so - pobrecito. Wir sind fast nur noch zusammen im Bett gelegen. Sie hat mir erz�hlt von ihre Kindheit in Deutschland... vom Regen... Landregen... Dauerregen... Misselregen... Hei�t es nicht so? KLAUS Nieselregen. JUAN Ah, Nieselregen... Nieselregen. Das war unsere sch�nste Zeit. Sie war ich, ich war sie... Wei�t du, ich kann das nicht glauben. Ich kann das einfach nicht glauben, da� sie da in dieser B�chse ist... in diesem lata. Das geht nicht rein in meinen Kopf. Ich hab mir immer gew�nscht - ich hab (Spanisch), ich hab gebetet, ich darf sterben vor ihr. Wenn Gott jetzt in dieses Zimmer kommen w�rde, ich w�rde ihm erst mal eine... BODO Hier ist Ihrer. Abfahrt morgen fr�h acht Uhr ist Ihnen recht? LINDA Ja. BODO Gute Nacht. LINDA Gute Nacht. BODO Hey! Was hast du denn? Was ist denn los?-Komm. Was ist denn los? Hrn? LINDA Ich kann nicht dr�ber reden. BODO Ah! So schlimm kann es doch nicht sein.- Schhhhh! Doch! LINDA BODO Was ist denn? LINDA Ich bin vorgestern aus dem Krankenhaus abgehauen. Ich bin ziemlich krank. Keine Angst, nicht ansteckend, nur t�dlich. BODO T�dlich. - Hast du Schmerzen? LINDA Nee, nur ab und zu... Ich konnte es einfach nicht mehr aushalten, nur so auf meinem Bett zu liegen und auf den Tod zu warten. Aber manchmal bekomme ich Angst, schrecklich Angst. Ich will aber noch nicht sterben. Es gibt so vieles, was ich nie haben werde. Ich werde nie wissen, wie das ist, wenn man schwanger ist und auf der Wiese unter einem Baum liegt und auf sein Baby wartet. Oder wie es sich anf�hlt, wenn man neben einem Mann aufwacht, zusammen fr�hst�ckt, und die Sonne ins Zimmer scheint... Oder wie es ist, wenn man vierzig wird und von seinem Mann eine Perlenkette geschenkt bekommt... Ich hab so Angst, da� da nur ein gro�es schwarzes Loch ist, in das man st�rzt, wenn man stirbt und...da� da gar nichts ist, nichts, kein Gott, kein Engel, gar nichts... Nichts. 18 BODO No beginning, no end. No beginning, no end. No beginning, no end, hat diese alte indische Nonne immer zu mir gesagt: Am Anfang habe ich sie �berhaupt nicht verstanden. Da lag meine kleine tote Schwester, 22 Jahre. Meine kleine Schwester, mit der ich mich eben noch um Legosteine gezankt hatte. Hab geheult wie ein Schlo�hund. No beginning, no end. No beginning, no end. Und dann hat sie - ein Blatt Papier hochgehalten und hat mich gefragt: Lok, you tink, dis piece of paper can die, you tink? LINDA Ob das Papier sterben kann? BODO Dann hat sie es angez�ndet und hat gesagt, ganz streng: Lok, lok, lok -es verwandelt sich, es kann nicht sterben, es kann nur was anderes werden. Und deswegen gibt es keinen Anfang und kein Ende. Und dann hat sie am Schlu� zu mir noch gesagt: And now stop crying... stop crying... LINDA Stop crying. BODO Morgen. LINDA Morgen. BODO Ich habe gerade mit einem guten Freund telefoniert, der ist Arzt. Er wird sich um dich k�mmern. Du brauchst nicht ins Krankenhaus, das verspreche ich dir. Okay? LINDA Ah, danke. BODO Bitte. -Bist du im Krankenhaus so braun geworden? - Widerlich, einfach widerlich sowas. ZOLLBEAMTIN Pase, pase. VERA lVas amanne quando vuelvo de Alemana? FELIPE Dios, no lo se. VERA Pero ayer si lo sabias, l_,c6mo puedes cambiar asi en una noche? FELIPE Tu me preguntaste y yo te di una respuesta sincera. Nadie puede saber lo que va a sentir en un par de semanas. VERA Odio tu sinceridad. FELIPE l_,Quieres que nos mintamos como todos los demas? VERA Pero ayer tu me amabas. FELIPE Si, pero ayer es ayer. VERA i.,Y hoy? FELIPE Hoy no lo se. Es como si estuviera borroso... VERA No he venido dos mil kilometr6s para oirte hablar asi. FELIPE Yo no puedo hablar como alguien que no soy. Yo no soy otro y si lo fuera con toda seguridad no estaria aqui. Si fuera otro no seria yo, pero soy como soy. No lo entiendes? VERA No me amaras nunca mas como ayer? FELIPE Pero como quieres que lo sepa? VERA Pero tal vez, tal vez vuelvas a hacerlo, o no? FELIPE Tal vez. - Que te pasa ahora? VERA Nada. Es toy mentalizandome a odiarte para querte menos. FELIPE Por favor, por favor! VERA Schei�e! JUNGE Puta alemana. TAMARA Was ist denn los mit ihm? VERA Drei Jungs haben ihn zusammengeschlagen, einfach so. TAMARA Keine Angst, wacht wieder auf, seh ich, halb so schlimm. Wie lange kennst den schon? VERA Drei Monate. Wir haben uns in Deutschland kennengelernt, im Stau, auf der Autobahn nach Salzburg, kurz vorm Irschenberg. - Er hat so sch�ne Haare, furchtbar sch�ne Haare. TAMARA Die werden ihm ausfallen. VERA Wie k�nnen Sie sowas sagen! TAMARA Noch bevor der drei�ig ist, wird der kahl sein wie ein Babypopo, verla� dich drauf. Mein Mann hatte genau die gleichen Haare. Dicke schwarze lange Haare. Unversch�mt sch�ne Haare. Ungerecht sch�ne Haare f�r einen Mann. Aber mit der Ungerechtigkeit war's dann bald vorbei. Mit f�nfunddrei�ig hat der kein einziges Haar mehr auf dem Kopfgehabt. Vorher sah er immer aus wie Che. Che Guevara, wei�t schon. Er fand's furchtbar spie�ig, so kahl. Ich fand's irgendwie r�hrend. VERA Armer, kleiner Felipe. TAMARA Vor drei Jahren ist er stiften gegangen, ein kahler, h��licher alter Mann, mit nem jungen Huhn von dreiundzwanzig Jahren. Er hat zehn Kilo abgenommen in weniger als sechs Wochen, pl�tzlich meinen Deostift benutzt. Da wu�te ich Bescheid. VERA Wie lange waren Sie denn verheiratet? TAMARA Bin es noch, Baby, bin es noch. 22 Jahre. VERA Ist 'ne lange Zeit. TAMARA Ne, nicht wirklich. Schei� der Hund drauf. VERA Und warum? Warum hat sich Ihr Mann in ne andere Frau verliebt? TAMARA Warum, warum, warum, warum? Mensch, frag doch nicht so bl�d. Warum?! Wei�t du, warum du dich in den da verliebt hast? VERA Weil er so sch�ne Haare hat. TAMARA So wie du habe ich fr�her auch gekichert. Ich sah so ein bi�chen aus wie die Uschi, nur in blond. Meinem Mann hat das gefallen. Da� ich immer so lustig war. Immer happy. Immer gut drauf, immer... Das hat ihn happy gemacht. Ziemlich lange. War 'ne Superzeit. Wir waren auf Ibiza, Marokko, Indien. Alles prima. Das Leben im Moment, der ganze Schei�... Dann habe ich irgendwann Probleme mit den Augen gekriegt, immer Augentropfen nehmen m�ssen. Und pl�tzlich war ich nicht mehr happy. Ich fand die ganze Welt ziemlich armselig und beschissen. Hab dauernd heulen m�ssen. Und mein Mann sagt immer zu mir, was ist los mit dir? Du bist ja nicht mehr wie fr�her. Du bist nicht mehr die Alte. Ich kann dich nicht mehr gl�cklich machen. Du bist nicht mehr gut drauf. Dann ist er mit der jungen Schnepfe durchgebrannt. Und Monate sp�ter sagt ein Arzt zu mir, da� man von diesen Augentropfen Depressionen kriegen kann. Richtige Depressionen... Also haben Augentropfen meine Ehe ruiniert... STEWARDESS Senor, va a tomar algo para beber? JUAN Dos cafes, por favor. Un cortado y uno con mucha leche. STEWARDESS En segnida. CHARLOTTE Mist. Ich hab meiner Mutter hoch und heilig versprochen, das Silber bis drei Uhr vorbeizubringen. ROBERT Wenn's so weitergeht, kommen wir vielleicht morgen gerade noch rechtzeitig zum Ringetauschen. CHARLOTTE Das w�re dir doch gerade recht, wenn wir die ganze Hochzeit verpassen w�rden. ROBERT Warum bist du denn so giftig? CHARLOTTE Meinst du, ich wei� nicht, warum du dauernd diese Musik h�rst, warum du von Trinidad schw�rmst als w�r's das Paradies auf Erden? ROBERT Es ist das Paradies auf Erden. CHARLOTTE Ach, Schei�e. Ich verlange von dir, da� du nen Aids-Test machen l��t. ROBERT Das ist doch l�cherlich. CHARLOTTE Achja? ROBERT Gut. Ich war gl�cklich da. Ja. CHARLOTTE Ohne uns. ROBERT Ja. CHARLOTTE Warum? ROBERT Das willst du doch gar nicht wissen. CHARLOTTE Doch. ROBERT Wenn ich es dir sage, drehst du durch, das wei� ich doch. CHARLOTTE Tue ich nicht. ROBERT Tust du doch. CHARLOTTE Sag es mir. ROBERT Was? CHARLOTTE Was ist so toll an den Frauen in Trinidad? ROBERT Mein Gott. CHARLOTTE Was ist so toll? ROBERT Sie f�hren keine Gespr�che wie dieses. CHARLOTTE Ja-und? ROBERT Sie sind lockerer. Weiter. Freier. CHARLOTTE ROBERT CHARLOTTE Na toll. Und? ROBERT Die - die leben einfach. CHARLOTTE Au ja, die tollen, lockeren Frauen der Karibik. Sie schwingen sich in den H�ften, h�ren den ganzen Tag nur Musik und sie leben einfach. Sag mal, wie bl�d bist du eigentlich? ROBERT Du hast mich gefragt. CHARLOTTE Meinst du, ich m�chte so sein, wie ich jetzt bin? ROBERT Also das �berfordert mich jetzt. CHARLOTTE Ich w�rde mich auch lieber in den H�ften wiegen, das kannst du mir glauben. Aber zuf�llig habe ich einen Beruf und ein Kind, und dar�ber hinaus bin m�de, verdammt m�de. Zu m�de, um mich in den H�ften zu schwingen! ROBERT Ja, ich wei�. CHARLOTTE Was soll denn das hei�en? ROBERT Ich wei�, da� du es schwer hast. CHARLOTTE Wie du das sagst! Du bist ein richtiges Arschloch. F�r dich hat sich doch nichts ge�ndert durch das Kind, gar nichts. Du f�hrst weiterhin in der Weltgeschichte rum, machst, was du willst, und dar�ber hinaus hast du eine Familie. Prima. ROBERT Charlotte, was willst du? CHARLOTTE Warum verbringst du nie mehr Zeit mit mir? ROBERT Weil du m�de bist. Weil du schlechtgelaunt bist und weil du deine Ruhe haben willst. CHARLOTTE Wenn ich den ganzen Tag mit Kind und Beruf zugebracht habe... ROBERT Du hast doch immer Hilfe gehabt. CHARLOTTE Die ich organisieren mu�. Wie ich alles organisieren mu�. Warum hab ich ein Problem, wenn ich arbeiten gehe und du nicht? ROBERT Ich verstehe nicht, was du meinst. CHARLOTTE Genau das ist das Problem. Selbst, wenn wir v�-, selbst wenn wir v�geln wollen - was wir ja nicht tun -, selbst wenn, ich m��te es organisieren. ROBERT Das ist das Problem. Da� du immer alles organisieren willst. CHARLOTTE Ich verstehe. Ich bin an allem schuld. Hat's wenigstens Spa� gemacht? ROBERT Also ich weigere mich, so zu reden. CHARLOTTE Du mu�t einen Aids-Test machen, das ist dir doch hoffentlich klar. ROBERT Das ist doch absurd. Also selbst wenn ich da was gehabt h�tte, ja, also mal rein hypothetisch, ja, da hab ich doch aufgepa�t. CHARLOTTE Ich hab's gewu�t. ROBERT Tut mir leid. - Wo willst du denn hin? Charlotte! Tut mir leid. CHARLOTTE \Varum? ROBERT Ich wei� es nicht. CHARLOTTE Warum? Erkl�r es mir! ROBERT Ich habe versucht, es dir zu erkl�ren. Ich habe mich da lebendig gef�hlt! Lebendig und deshalb gl�cklich, ja. Bei Gott, es tut mir leid. - Glotz nicht so bl�d! CHARLOTTE Lilli! Lilli! Bleib stehen! Lilli! ROBERT CHARLOTTE Lilli! Bleib stehen! Lilli, komm zur�ck! VERA Hallo Ma, hallo Paps. Ich bins, Vera. Seid nicht b�se, aber ich habe meinen Flieger irgendwie verpa�t. Ich kann dasjetzt nicht alles erz�hlen. Aber ich bin au/jeden Fall zur Hochzeit da. Und sagt Franziska, ichfreue mich schon aufsie - als Unschuldsbraut. Also, bis dann, macht 's gut. Tsch�ss und Ku�. JESSICA Ist das gut? HERBERT Wei� ich nicht. JESSICA So was liest du? HERBERT Nein, meine Frau. JESSICA Deine Frau?! HERBERT Ja, meine Frau. Komm, Jessie... in zwei Stunden ist sie zur�ck. JESSICA Warum hast du mich hergebracht? HERBERT Was hast du denn blo�? JESSICA Nichts. Es ist nur so armselig, findest du nicht? HERBERT Was ist armselig? - Nee, wei�t du, so gesehen, ist eigentlich alles ziemlich armselig. JESSICA Das ist es ja eben. Genau das ist es ja eben. HERBERT Jessie, ich habe jetzt wirklich keine Lust, mit dir �ber Sinn und Unsinn des Lebens zu reden. Jetzt komm! JESSICA Wei�t du, manchmal, da tr�ume ich vielleicht auch von so ner Wohnung, Blumen im Garten, Familie und dem ganzen Schei�. Und dann sehe ich dich an und denke: Das ist der Preis, den du daf�r zahlen mu�t. Da� dein Kerl irgendwann mal loszieht und sich was anderes sucht. HERBERT Oh je. Willst du mir jetzt eine Moralpredigt halten? JESSICA Ja, vielleicht. HERBERT Jessie, was ist denn eigentlich los? JESSICA Ach, Schei�e. Wo ist das Bad? HERBERT Da dr�ben. JESSICA Keine Angst, ich mach schon keine Flecken aufdie Handt�cher von deiner Frau, und von ihrem Lippenstift lasse ich auch die Finger. HERBERT Naja. Wenn sie aus dem Bad zur�ckkommt, wird sie sich beruhigt haben. Sie ist der einzige Mensch, der nichts von mir erwartet. Sie erfrischt mich allein dadurch, da� sie nichts von mir erwartet. Der Mann, mit dem meine Frau glaubt, verheiratet zu sein, deprimiert mich. Er ist so gro�artig, so fehlerlos, so ganz ohne Schw�chen. Ich mag diesen Mann nicht. Er hat mich �ber die Jahre immer mehr eingesch�chtert. Er ist schuld, da� ich mit Unna immer sch�chterner geworden bin. Ich traue mich noch nicht mal mehr, zu meiner Frau zu sagen: Zieh dich aus. Ich bin sicher, Jessie glaubt in ihrer jugendlichen Einfalt , da� meine Ehe �ber die Jahre einfach langweilig geworden ist. Nein, ich bin bei Jessie, weil nach fast drei�ig Jahren Ehe Unna und ich zaghafter miteinander umgehen als vollkommen Fremde. Ich k�nnte nie mit Unna die Dinge tun, die ich mit Jessie tue. Es w�rde mich mehr Mut kosten, als in einem Fa� die Niagaraf�lle runterzuschwimmen. Vielleicht habe ich deshalb Jessie mit hierhergebracht, weil ich mir erhoffe, da� etwas von meinem Mut, meiner Freiheit, meiner Ungehemmtheit mit diesemjungen Ding hier - hier in diesem Bett zur�ckbleiben wird, wie eine l�ssige Jacke, in die ich dann auch mit Unna schl�pfen kann. Ich hasse mich. HERBERT Buh! --- Warum tust du mir das an? Alles, was ich wollte, war eine Aff�re. Eine einfache Aff�re, einfach und klar wie ein Schluck Wasser. Verdammt... Nein, h�r aufl Verdammt, h�r aufl H�r auf, h�r auf damit! Verdammt noch mal - hilf mir doch! FRAUENST�ME Ja, hier spricht Lisa Herzog. Ich wollte mit Ihnen noch einmal das Hochzeitsmen� durchsprechen. Wir haben keinenfrischen Ruccola bekommen... und Sie wollten doch Ihr Familiensilber vorbeibringen? Bitte rufen Sie mich dringend noch heute an. Wiederh�ren. HERBERT Jessie, ich- �h... CHARLOTTE Papa, was machst du denn da? HERBERT Hilf mir, Charlotte, bitte! CHARLOTTE Was ist denn das? Ist das... HERBERT Ja, es ist Blut. Ich versuch's ja gerade wegzumachen... CHARLOTTE Wo ist Mama? Ich hab doch das Silber dabei... HERBERT Hilf mir, Charlotte - bitte! UNNA Herbert! Herbert? Hat Charlotte das Besteck gebracht? HERBERT Ja, ja, klar. UNNA Wenigstens auf Charlotte ist noch Verla�. HERBERT Ja. UNNA Was liest denn du da? - Du �berraschst mich immer noch. Oh, Gott, ist das anstrengend. Unsere eigene Hochzeit war nicht so anstrengend. Hm? War unsere eigene Hochzeit so anstrengend? Bist du deprimiert? HERBERT Nee, �berhaupt nicht. UNNA Wei�t du, was ich heute gedacht habe? Ich habe gedacht, unser Leben hat einmal wie ein klitzekleiner Schneeball angefangen, an dem dann alles klebengeblieben ist, der Alltag, die Kinder, die Zeit - und der immer gr��er und gr��er geworden ist und schneller und schneller und der uns irgendwann einmal plattwalzen wird. FRED Also langsam glaube ich, du bist magers�chtig. RITA K�mmer du dich mal um dein eigenes Gewicht. FRED Wieso? Ich geh nur mit der Zeit. 1970 hab ich siebzig Kilo gewogen, 1980 achtzig, und jetzt eben achtundneunzig. RITA Ich erkenn dich manchmal gar nicht wieder in all deinem Fett. FRED Ich erkenn dich auch nicht ?ieder, wenn ich dich nicht ganz genau anguck. Aber ich guck dich an. Du mich nicht. Guck mich mal an. Guck mich mal richtig an. Glaubst du, ich habe mich hier innendrin ver�ndert, nur weil ich ein bi�chen mehr Speck auf den Rippen habe? Ich bin doch immer noch dein Fred. Oder nicht? Ich bin dein Mann und du bist meine Frau. Ob du dick bist oder d�nn. Schei�egal, wie du aussiehst... Und wenn du irgendwann so schrumpelig wirst wie meine Kartoffeln. RITA Ach, h�r schon auf mit deinen Kartoffeln... Ich finde das so deprimierend... FRED Ach, Rita, das ist doch alles so wurscht... Ich liebe doch dich und nicht deine - deine H�lle. Und wenn du tausend Falten auf einmal kriegst und nen H�ngebusen, ne Glatze und Haare am Kinn, und wenn dir alle Z�hne ausfallen und deine Nase immer l�nger wird - das ist doch alles egal. Du bist doch Rita, meine kleine Rita... FRANZISKA Holger zieht sich nach demselben System an wie jeden Tag. Er k�nnte genausogut ins B�ro gehen. HOLGER Ich k�nnte genausogut ins B�ro gehen. Ich sollte mich vor meiner eigenen Hochzeit anders f�hlen... Irgendwie aufgeregt oder erhaben, wenigstens besonders... HOLGER In ner halben Stunde holen uns deine Eltern zur Kirche ab. Meinst du nicht, da� es Zeit ist, langsam aufstehen? FRANZISKA Holger, ich mu� dir was sagen. HOLGER Okay,jetzt sagt sie's. Sie wird es sagen, Sie wird es tun. Ich hab's doch geahnt. FRANZISKA Setz dich. HOLGER Ich werde also heute wiejeden Tag ins B�ro gehen. Okay, okay. Schadensbegrenzung: Wir m�ssen unsere Eltern anrufen, den Pfarrer, das Essen canceln... FRANZISKA Ich - ich - ich mu� es dir einfach sagen, bevor es zu sp�t ist... HOLGER Jetzt sag es schon. Dann erwischen wir wenigstens die Eltern noch zu Hause. FRANZISKA Ich wei� nicht, wie ich es dir sagen soll... Aber ich hasse deine Schuhe. MANN Links gehen, rechts stehen. Wir sind hier in Deutschland, junge Frau! VERA Hallo! Warten Sie aufjemanden?- Sind Sie ganz alleine hier? K�nnen Sie mir sagen, wie Sie hei�en? -. (Gesungen) ...thing compares, nothing compares to you... HERBERT Es ist vollbracht. Alles ist gelaufen. Und morgen sind wir sch�n in der Sonne. Und essen Fisch und trinken Wein... Und die Orangenbl�ten bl�hen. Nur wir beide... ELKE Happy-happy... Mann, ich beneide Sie um ihre Familie... Die sehen alle gut aus und gl�cklich..: und alle haben fantastische Z�hne... CHARLOTTE Ja, das stimmt. Alle sehen richtig gut aus. KELLNERIN Die H�ppchen m�ssen raus, sonst liegen bald alle besoffen unterm Tisch! RITA Die sind schon seit Stunden fertig. FRED Probier doch mal, bester Kaviar. VERA Schwester! CHARLOTTE Die warten alle schon. VERA Hallo, Mama. UNNA Da bist duja! Wo bleibst du denn? VERA Paps! - Ich hab nochjemanden mitgebracht. HERBERT Ohje, nicht schon wieder nen neuen Kerl. VERA Nein. Keine Angst, ist kein Kerl. UNNA Eine Freundin, das geht ja. Hast du nichts zum Anziehen mitgebracht? Immer mu�t du provozieren. VERA Ich zieh mich ja schon um. UNNA Sie h�tte sich doch vorher umziehen k�nnen, ist doch wahr. FRANZISKA Warum kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen? Wieso willst du dauernd wissen, was ich mache? Ich bin aufeiner Hochzeit, okay? Es ist meine Hochzeit. Ich heirate einen Mann, den ich erst vor acht Wochen kennengelernt habe und den ich liebe und der der Richtige f�r mich ist. Es ist mir egal, ob du das glaubst oder nicht. Ich will nicht, da� du mich dauernd durcheinanderbringst! Was soll das jetzt wieder? Unser Leben ist wie ein Blitz am Himmel ... h�r aufdamit! Wei�t du, wo ich bin? Soll ich dir wirklich sagen, wo ich bin? Ich bin am Meer, am blauen Meer, mit nem anderen Mann. H�rst du nicht das Meer? Hier! H�rst du's? --- Ich kann doch gar nicht schwimmen! - Wie geht denn das �berhaupt? ROBERT Einer mu� rechts, einer links. VERA Mama! Hey, wein doch nicht. Was ist denn? Was ist denn so schlimm? UNNA Red nicht mit mir wie mit einem kleinen Kind. UNNA Du und deine Schwestern, ihr lebt wie auf Probe , dabei liegt schon so viel Zeit hinter euch, und die, die ihr vor euch habt, die nehmt ihr nicht ernst. VERA Komm, Mama! Und deshalb weinst du jetzt, oder was? UNNA Gar nichts wi�t ihr, gar nichts. Und du wei�t noch weniger als deine Schwestern. Das ist wie eine Sanduhr. Das Gl�ck rieselt einfach durch und du merkt es noch nicht einmal. Und was ist, wenn du sp�ter merkst, da� diese Zeit jetzt deine gl�cklichste war? Wieviel Zeit, glaubst du, hast du eigentlich, um gl�cklich zu sein? VERA Ich bin gl�cklich, Mama. UNNA Dein Vater hatte eine Freundin, vier Jahre lang. Charlotte hat's immer gewu�t. Aber ich hab sie gebeten, dir nichts davon zu erz�hlen. Du bewunderst ihn ja so. Jetzt hat sie ihn verlassen. Das macht die Dinge nicht einfacher f�r mich, seltsamerweise. Denn jetzt f�hlt er sich alt. Und Altwerden ist beschissen. Genau das ist es, beschissen. Es ist alles so albem.--- Ist Tonen nicht zu warm? LILLI Oma komm, die warten. Danke, da� Sie meiner Mutter helfen. Sie ist halbseitig gel�hmt. Sie kann nicht sprechen, sie versteht auch nichts. UNNA Lilli, wei�t du, du gehst jetzt raus, ich komm gleich nach, ja. - Es tut mir leid. Aber ich habe auch nur ein Leben. Die Tochter. Sie mag es, wenn man ihre Arme streichelt. BODO Du sollst die Karten stecken lassen. ANGELINA Guck mal, Papa! BODO Siehst du damit �berhaupt was? ANGELINA Ha ha. Wieso kann ich keine Bitex-Brille haben? LUCY Angelina, du sollst dich nicht immer mit anderen vergleichen. Nur weil alle eine Bitex-Brille haben, hei�t das noch lange nicht, da� du unbedingt auch eine haben mu�t. Diese Brille kommt doch nicht aus deinem Herzen. Haben, haben, haben - das macht nicht gl�cklich. ANGELINA Mama, bitte. LUCY Nein. Zum hundertsten Mal: nein. Ich gebe doch nicht hundertzwanzig Mark f�r so nen Schrott aus, damit du aussiehst wie ne Fliege auf Drogen. Nun komm endlich, sonst verpassen wir die Prozession. Komm, Carla! UNNA Ich bin froh, wieder hier zu sein. HERBERT Warum wieder ? UNNA Ja, hab ich dir das erz�hlt? Als junges M�dchen - ich hab doch einmal ein ganzes Jahr lang hier gewohnt. Hab ich dir doch erz�hlt... HERBERT Hast du nie erz�hlt. UNNA Aber ja. - Ich war 21 - und wunderwundersch�n... HERBERT Nein, bestimmt nicht. Das h�r ich zum ersten Mal. UNNA Da� ich wundersch�n war? HERBERT Ja, das auch. Ich wei� nicht, ich hab irgendwie Kopfschmerzen. Da� du hier gewohnt hast, warum wei� ich das nicht? UNNA Herbert! Gehn wir doch raus in diese Stadt. Ich wei�, was die Semana Santa ist und die Nazarenos. HERBERT Ja, das wei� ich auch, das sind die mit den spitzen H�ten, die aussehen wie vom Ku-Klux -Clan.. UNNA Nein, also die haben nichts damit zu tun. Das sind B��er. Die gehen vor der Madonna her und b��en. Wollte ich auch immer mal machen... HERBERT Du hast doch nichts zu b��en? UNNA Wer wei�... Und du? - Hey, bist du m�de? HERBERT Och... Nicht die Bohne. BODO Philip, komm her, komm! Carla! LUCY ANGELINA I want your glasses. Okay. MANN ANGELINA I want your glasses. KLAUS Hey, Linda? Linda! Lin- LINDA Woher wei�t du denn meinen Namen ? KLAUS Du kannst ja reden. LINDA Warum sollte ich nicht reden k�nnen? KLAUS Ich dachte - ,Ich bin taubstumm und auf ihre Hilfe angewiesen.' LINDA Ach das. Ist doch nur ein Trick. F�r was zu essen und ein Bier reicht's immer. KLAUS Hey, ich hab deine Handtasche gefunden. LINDA Was-wo denn? KLAUS Ja, irgendwo da drau�en in der Pampa. Da war so'n Haarspray drin, diese gelben Zettel, Seifenblasen, und so'n Kinderbuch. LINDA ,Oh wie sch�n ist Panama'. KLAUS Ja. ,F�r Linda, gegen die Angst.' Hey, ich hab mir wirklich Sorgen um dich gemacht. LINDA Du hast dir wirklich Sorgen um mich gemacht? KLAUS Keine Frau verliert einfach so ihre Handtasche, oder? LINDA Ach, ich hab die einfach aus dem Fenster geschmissen. Ich dachte, ich werd ein anderer Mensch, wenn mir nichts mehr geh�rt, bekomme ein neues Leben. Hat aber nicht funktioniert... DAVID Si? UNNA David? DAVID Si. UNNA Hallo, David... DAVID Was wollen Sie? UNNA Ich bin's. Unna. DAVID Unna. Ihren Namen habe ich verstanden, was wollen Sie? UNNA Kannst du dich nicht mehr an mich erinnern? Unna, Unna Krieger, aus M�nchen. DAVID Ich kann mich an vieles nicht erinnern. Aber wenn Sie wollen, kommen Sie rein, vielleicht f�llt's mir dann wieder ein. Es gibt Zitronenkuchen und Kaffee. N' richtigen deutschen Kaffeeklatsch. DAVID Das ist Paco. Er spricht deutsch. Tach. PACO DAVID Paco, das ist- jetzt habe ich Ihren Namen schon wieder vergessen. UNNA Unna - Krieger. DAVID Unna sagt, wir haben uns mal gekannt. UNNA Wir haben uns mal geliebt - vor mehr als 30 Jahren. DAVID Vor einem Jahr hatte ich nen Schlaganfall. UNNA Das ist ja schrecklich. DAVID Das ist, als wenn jemand Fotos aus 'nem Fotoalbum rausrei�t, da ist nichts mehr, gar nichts. PACO Ein Loch. David hat einfach die gro�e L�schtaste gedr�ckt DAVID Tschuldigung. UNNA Das macht gar nichts. Mann! PACO DAVID Erz�hlen Sie mal was von uns. UNNA Wir haben mal zusammen ein Jahr gewohnt, in einem winzigen Zimmer unterm Dach in der - in der Calle San Domingo. PACO Was? Ihr habt ein Jahr zusammen gewohnt? Und da erinnerst du dich nicht dran, Mann? UNNA Wir haben da zusammen mit einer - mit einer verr�ckten Amerikanerin gewohnt. Wie sie hie�, das wei� ich jetzt auch nicht mehr. Wir haben da M�use gehabt. Du hast sie gef�ttert, um die Amerikanerin zu �rgern. Ihr Diaphragma hat sie immer im K�hlschrank aufbewahrt. PACO Woher wissen wir eigentlich, da� du dir das nicht alles einfach ausdenkst? Hier reingeschneit kommst, und uns irgend nen M�ll erz�hlst? UNNA Ja, das k�nnen Sie nicht wissen. PACO Vielleicht kommst duja von irgend so'ner Schei�beh�rde. UNNA Nein, bestimmt nicht. PACO David, die Alte ist nicht koscher. DAVID Sheila - die Frau hie� Sheila. UNNA Stimmt. PACO Hey,jetzt verschei�erst du uns aber. Du wei�t doch kaum noch, wie du selber hei�t. DAVID Sheila. Eines Abends hat sie ihren Fernseher vom Balkon geschmissen, aus dem f�nften Stock. UNNA Ja! Das hab ich ganz vergessen. DAVID Das Zimmer, in dem ich gewohnt habe - da stand nur ein Bett drin, sonst nichts, und die W�nde waren gr�n gestrichen, spinatgr�n. UNNA Ganz gr�n. - Wir haben da gewohnt, wir. DAVID Ich kann mich nicht erinnern, kann mich einfach nicht erinnern. KLAUS Unser Leben ist wie ein Blitz am Himmel... LINDA ... wie ein Wasserfall, der den Berg hinunterst�rzt. Vertu nicht deine Zeit. KLAUS Wenn du i�t, dann i�... LINDA ... wenn du schl�fst, dann schlaf! KLAUS Wenn du einatmest, atme ein... LINDA ...wenn du ausatmest, atme aus. -Das hat mir mal ne Frau im Knast aufgeschrieben. Nur einatmen und ausatmen. Sonst gar nichts. Es funktioniert. Pl�tzlich hat man keine Angst mehr. Ist wie ein Wunder. KLAUS Wei�t du, ich w�rd gern wissen, wie unsere Kinder aussehen werden. Was? LINDA KLAUS Ich w�rd gern wissen, wie unsere Kinder aussehen werden. LINDA Du spinnst. KLAUS Nee, ich glaub, die w�ren der absolute Knaller. DAVID Hatten wir ein Kind? UNNA Nein, das ist viel sp�ter, das ist von einem anderen Mann. Wir haben uns zuletzt gesehen, kurz bevor ich schwanger geworden bin. DAVID Erz�hl's mir. UNNA Du hast mich vom Flughafen aus angerufen, hier bin ich. Nach acht Jahren, einfach so. Ich hatte dich gerade eben erst so richtig vergessen, einen vern�nftigen Mann gefunden mit einem vern�nftigen Beruf, nen Mann zum Heiraten. Und dann hast du pl�tzlich wieder vor der T�r gestanden. - Du hattest so sch�ne, lange Haare. Um deine Haare habe ich dich immer beneidet. - Ich hab die T�r zwar aufgemacht, aber ich hab dich nicht reingelassen. Hab dich wieder weggeschickt. Ich war feig. Vern�nftig. Daf�r sch�me ich mich heute noch. PACOS FREUNDIN Que pasa? Quereis observar el espectaculo? DAVID No. - Bleib, bleib. HERBERT Unna?Unna! UNNA Wei�t du, wenn wir nicht uns ansehen, sondern nur das Zimmer, dann ist �berhaupt keine Zeit vergangen. DAVID Montagspumpernickel. UNNA Montagspumpernickel. Daran erinnerst du dich? DAVID Ich erinnere mich an den Geschmack. UNNA Mein Gott, wirklich? DAVID Ja, ganz genau. Dein sehr spezielles Schwarzbrot. UNNA Montagspumpemickel. Das Rezept, das habe ich von dieser verr�ckten Sheila gehabt, aus einem vegetarischen Kochbuch. ,,Moon, Sun and Vegetables". DAVID Es war schwarz wie die Nacht. Mit Rosinen. UNNA Mit Korinthen, Korinthen. Korinthen, Zitronenschale, Weizenkeime, Roggenmehl, Melasse, Milch, Kleie. DAVID Es hat so gesund und vern�nftig geschmeckt. UNNA Gib doch zu, du hast es nie gemocht. DAVID Doch, wirklich. Ganz bestimmt. - Nach zwei Tagen war's so hart, da� man jemanden damit h�tte erschlagen k�nnen. An das Brot erinnere ich mich. UNNA Und an mich? DAVID Bitte erz�hl noch mal. Was geh�rt da alles rein? UNNA Korinthen, Zitrone, Milch, Melasse, Roggenmehl, Weizenkeime... LINDA Aa-ii. Ich wei� nicht, wie mein Leben weitergehen soll - ich hab so Angst - gib mir Mut, f�r mich, f�r die Liebe, f�r die Schmerzen, aa-haa, darum bitte ich dich - gib mir Mut, gib mir Mut, darum bitte ich dich, gib mir Mut. JUAN Schau, es regnet, mi amor. Es regnet. LINDA Oh - warte mal - guck mal. KLAUS Ich habs doch gesagt. LINDA Sogar mein Buch ist noch da, guck mal. - ,,Aber eines Tages schwamm auf dem Flu� eine Kiste vorbei." KLAUS Nein, du willst mir doch jetzt nicht was vorlesen, oder? LINDA Du hast gesagt, ich darf's mir aussuchen. KLAUS Stimmt. LINDA �Aber eines Tages schwamm auf dem Flu� eine Kiste vorbei. Der kleine B�r fischte die Kiste aus dem Wasser, schnupperte und sagte: ,Oh, Bananen!' Die Kiste roch n�mlich nach Bananen. Und was stand auf der Kiste geschrieben? ,Pa-na-ma', las der kleine B�r. ,Die Kiste kommt aus Panama, und Panama riecht nach Bananen. Panama ist das Land meiner Tr�ume', sagte der kleine B�r. Er lief nach Hause und erz�hlte dem kleinen Tiger bis sp�t in die Nacht hinein von Panama. ,In Pa-na-ma ist alles viel sch�ner, wei�t du, denn Panama riecht von oben bis unten nach Bananen. Panama ist das Land unserer Tr�ume, Tiger. Wir m�ssen sofort morgen nach Panama. Was sagst du, Tiger?' ,Sofort morgen', sagte der kleine Tiger, ,denn wir brauchen uns doch vor nichts zu f�rchten, B�r."'