ALLE ANNE EMILY FELIX IRINA JUSTINE LYNN MARIO MARTIN MICHA ANNE Hast du Schmerzen? FELIX Weibt du, manchmal hab ich gedacht, dass ich das alles nie wiedersehen wUrde. ANNE Willkommen zu Hause. FELIX Oh. ANNE Komm, komm. FELIX Oh, oh, ist das toll. FELIX Wow. FELIX Hey. FELIX Das ja alles neu. ANNE Komm, gib mir deinen Mantel. FELIX Wow. FELIX Das ist ja fantastisch. ANNE Gut, ne? FELIX Grobartig. FELIX Ah. Hey Prinzessin. ANNE Hallo Schatz. LYNN Hi Papa. Seid ihr schon zu Hause? FELIX Ja. LYNN Ahm wAre es eventuell okay, wenn ich noch ein bisschen lAnger bei Sophie bleibe? ANNE Oh ne. Ausgerechnet heute? FELIX Du also ANNE Muss das sein? FELIX Nein. LYNN Ich hab Papa gefragt. FELIX Also von mir aus, also komm einfach wann du magst. Ich, ich, ich freue mich. LYNN Okay, ich auch. Und was macht das GedAchtnis? FELIX Alles Bestens. Wie war nochmal dein Name? LYNN Hildegard. FELIX Sehr angenehm, FrAulein Hildegard. TschUss, mach's gut, bis spAter. Ich freu mich auf dich. LYNN TschUss, ich auch. Ciao. FELIX Was ist denn hier passiert? Das ist ja alles anders. ANNE Weibt ja, wie es ist, wenn man mal anfAngt, dann . FELIX Oh, das fUhlt sich richtig schon an. FELIX Teuer? ANNE Frag nicht. FELIX Du, unser Kasten wird noch richtig wohnlich. ANNE Ich hatte das GefUhl, ich muss was verAndern. Alles schon machen. Hell. Warm. Neu. FELIX Whnsinn. FELIX Ist ja irre. ANNE Hab ich dich Uberrumpelt? FELIX Nein, nein. FELIX Es tut uns gut. FELIX Ich danke dir. FUr alles. FELIX Vorsicht, Vorsicht, das ist empfindlich. ANNE Ich pass auf. ALLE Wooohoooo. Uberraschung! MARTIN Herzlich Willkommen mein Lieber. FELIX Mein lieber Scholli. Habt ihr mir einen Schreck eingejagt. JUSTINE Wieso wir? Du hast uns einen Schrecken eingejagt. IRINA Allerdings, mach das nie wieder. IRINA Komm her, lass dich drUcken. IRINA Haben wir es Ubertrieben? Bist ein bisschen blass? MARTIN Ach Quatsch, der sieht doch blendend aus. Hier, man sieht doch gar nichts. Ist doch alles dran. ANNE Ja, man muss nur die richtigen Arzte haben. MARTIN Und auch bezahlen konnen. FELIX Warst du eingeweiht in diese hinterhAltige Verschworung? ANNE Ich hatte keine Ahnung. FELIX Ah, Justine. JUSTINE Ja, aber das, das mit dem Verstecken, das war Martins Idee. Wir mussten sogar auf der Strabe parken. MARTIN NatUrlich, sonst wAr's ja keine Uberraschung. Sag mal, storen wir euch? Wollt ihr erst vogeln? Dann konnen wir spAter wiederkommen. IRINA Das ist ja sehr dezent. MARTIN Wieso denn? Der Mann, der war neun Wochen im Krankenhaus. IRINA Aber in einem Einzelzimmer, vielleicht wusste er sich zu helfen. FELIX Also wirklich, oh JUSTINE So, genug gequatscht, Alkohol. ANNE Ah, nicht fUr Felix. FELIX Ja, Arzte JUSTINE Umso besser, dann bleibt mehr fUr uns. Anne und ich haben beschlossen, dass hier wieder mehr gefeiert werden muss. MARTIN Hast du das gehort? Kaum ist die Katze aus dem Haus, tanzen die MAuse auf dem Tisch. ANNE Hat dein Mann mich gerade als Maus bezeichnet? IRINA Ja, mach nur weiter so, dann suchen die sich bald neue Freunde. MARTIN Na sollen sie mal. Solche Freunde wie uns findet man nicht mehr. FELIX Nee, also keine Sorge. Ahm.Ihr seid die allerbesten. Und ihr seid wunderschon. Und ich liebe euch. ANNE Keine Ahnung. Vorhin fand er sogar den Stau schon. FELIX Ja, er war schon. Die Autolichter, die Sonne zwischen den HAusern. IRINA Ruf mal im Krankenhaus an, ich glaub, die haben dir den falschen Felix mitgegeben. MARTIN Nee, nee, nee, nee, im Gegenteil. Unser Felix hier ist dem Tod von einer Schippe gesprungen und hat zu seinem wahren Selbst gefunden. Darf ich vorstellen, Felix. Hast du Hunger? Wir waren bei Luciano. FELIX Oh. MARTIN Aha. FELIX Toll. ANNE Also dann. IRINA Auf dich. JUSTINE Auf dich. ANNE Auf dich. FELIX Na, auf euch. FELIX Prost. FELIX Auf dich. MARTIN Oh, oh, hoppla. Wo soll�s denn hingehen? MICHA Tschuldigung. MARTIN Kein Problem, nichts passiert. Gehoren Sie zu Justine? MICHA Was? MARTIN Egal. Ich Idiot, hab die Vorspeise im Auto vergessen. Einfach durchgehen, ja? MICHA Aber ich MARTIN Ja. Einfach durchgehen, die anderen sind in der KUche. JUSTINE Fantastisch. Thai me Massage. IRINA Wie? ANNE Alles gut? FELIX Ich konnte nicht glUcklicher sein, wirklich unverstAndlich FELIX Guten Abend. MICHA Hallo. FELIX Konnen wir Ihnen helfen? MICHA Der Mann hat gesagt, ich soll einfach reingehen. JUSTINE Hier. JUSTINE Kommen Sie erstmal an. MICHA Danke. JUSTINE Ich bin Justine. MICHA Micha, Michaela. FELIX Ahm, also, zu wem gehoren Sie genau? MICHA Wie gehoren? FELIX Ja, warum sind Sie hier? Also, auf wessen Einladung sozusagen? MICHA Nein, ich wollte nur einen Zettel einwerfen und dann war da dieser Mann. IRINA Martin. MARTIN Was ist mit mir? JUSTINE Du hast uns einen weiteren Gast beschert. JUSTINE Das ist die Michaela. MARTIN Aha. Ich dachte, Sie gehoren zu ihr. JUSTINE Zu mir? MARTIN Na ja, wer bringt denn stAndig irgendwelche Freunde mit? JUSTINE Ich bin halt gesellig. MARTIN Ja, und dafUr lieben wir dich. MARTIN Bleiben Sie zum Essen? MICHA Nein, ich wollte nur einen Zettel einwerfen. Wegen meiner Tochter. FELIX Ihre Tochter wird vermisst? JUSTINE Das ist ja furchtbar. FELIX Und seit wann? MICHA Seit zwei Monaten, also seit Januar. JUSTINE Ohje. FELIX Und hier bei uns, in unserem Viertel? MICHA Nein, in GrUnau JUSTINE Wo ist GrUnau? IRINA Bei den HochhAusern am Verteiler. Am Kreisverkehr, auf der anderen Seite von der Autobahn. JUSTINE Ah. MICHA Ja, genau da ist Emily verschwunden. MARTIN An der Autobahn? MICHA Ne, am Verteiler. Da ist eine Tankstelle und ein Imbiss. Und da war sie am Abend noch mit Freunden, und dann war sie weg. JUSTINE Niemand hat was gesehen oder, oder bemerkt? Oder MARTIN Haben Sie nicht die Polizei verstAndigt ? MICHA Doch, hab ich. IRINA Und warum sind Sie hier? IRINA Ich meine, warum wenn, wenn Ihre Tochter in GrUnau verschwunden ist, wieso hAngen Sie dann hier im Waldviertel die Zettel auf? MARTIN Das ist jetzt nicht um die Ecke, ne? IRINA Ja. MICHA Ich weibnicht, ich such eigentlich Uberall. MARTIN Hm. MICHA Ich hab noch mehr Bilder. JUSTINE Oh, huch. MICHA Oh, tut mir leid. MICHA Tschuldigung. MICHA Hier. Das sind eigentlich alles Altere Fotos. Aber das mit dem Panda, dem Panda-Pullover, genau. Hier, der Pullover, genau den hatte sie am Verteiler an, als sie verschwunden ist. Das war ein Weihnachtsgeschenk. Da ist vorne ein grober Pandakopf drauf und am RUcken ist der Panda von hinten, aber davon hab ich kein Foto. JUSTINE Oh, die ist wunderschon. Wie ein Model. JUSTINE Wie alt ist sie? MICHA Sieht aber Alter aus. JUSTINE Waren Sie aber ne junge Mutter, hm? MICHA Mhm. FELIX Aber so sieht sie jetzt aus. Mhm. MICHA Mhm. FELIX Tut mir leid, ich Ich kenn das MAdchen nicht. MARTIN Ich auch nicht. IRINA Nie gesehen. ANNE Ich hab alles gesehen. MICHA Nee, Sie haben, Sie haben gar nicht richtig hingeguckt. ANNE Verstehen Sie mich nicht falsch, aber wir haben auch eine Tochter. ANNE Was Ihnen da widerfahren ist, muss furchtbar sein. Aber Sie haben es ja gehort, wir konnen Ihnen leider nicht helfen. ANNE Wenn es Ihnen also nichts ausmacht, dann JUSTINE Mochten Sie vielleicht noch einen Tee, oder ? MICHA Mhmh. MARTIN Wisst ihr, was das ist? Salbei aus So, dass mUsst ihr jetzt mal alle probieren. Warte, warte. Das ist der Hammer. Ja, das ist der beste Salbei, den ihr jemals gegessen habt. ANNE Sagt's ruhig, ihr findet mich herzlos und kalt. JUSTINE Na ja, vielleicht ein bisschen. IRINA Wieso? Es war doch gut. Du hast es doch sehr souverAn gelost. MARTIN Sagt die herzlose, kalte Irina. IRINA Du, ich hab die Frau nicht ins Haus geholt. MARTIN Ja, ich dachte, es ist irgendeine DJ-In oder Poetry SlammerIn oder irgendeine von deinen verlotterten KUnstlerfreunden. JUSTINE Na, du kennst dich ja aus. ANNE Ich bin Uberhaupt nicht kalt und hartherzig. Ich helfe gern und viel. Aber nach den letzten Wochen, da Ich wUnsche mir einfach nur ein paar unbeschwerte Stunden. Ohne verlorene Tochter und Katastrophen. Felix? FELIX Wo ist sie denn? FELIX Tun Sie mir einen Gefallen? Kommen Sie nochmal zurUck ins Haus? MICHA Ist Ihnen was eingefallen, wegen Emily? FELIX Nein, aber wir kennen Leute. Martin arbeitet an der Hochschule, Justine kennt die halbe Stadt, Irina ist Juristin. Bitte lassen Sie uns helfen. FELIX Kommen Sie rein. Einfach reinkommen. JUSTINE Du bist gerade mein personlicher Held geworden. FELIX Hast du ein paar trockene Sachen fUr sie? JUSTINE Klar, oben. MICHA Nee, ist nicht notig. JUSTINE Jetzt hab dich nicht so, wir beiben nicht. Wollen wir du sagen? Ich bin MICHA Justine. Ich bin Micha. Michaela. JUSTINE Na komm. JUSTINE Komm. FELIX Michaela wird zum Essen bleiben. MARTIN Die Speisung der Armen, mit Carpaccio von Luciano. Das muss uns erstmal jemand nachmachen. FELIX Wo ist Anne? MARTIN Eben war sie noch da. IRINA Felix, der barmherzige Samariter. Das ist sehr bewegend. Gibt's sonst was, was ich wissen sollte? FELIX Du, ich versuch nur das Richtige zu tun. IRINA Ja, tun wir das nicht alle? FELIX Ich weibnicht. IRINA Kann ich dich kurz unter vier Augen sprechen? MARTIN Besteck! FELIX Das machen wir morgen. JUSTINE So. MICHA Wohnen Sie also, wohnst du auch hier? JUSTINE Nee, ich hab nur der Anne Gesellschaft geleistet. JUSTINE Solange Felix im Krankenhaus lag. MICHA War er krank JUSTINE Der hatte einen Autounfall, lag wochenlang im Koma. Deswegen ist Anne auch so durch den Wind. JUSTINE Die nasse Hose auch. Na los. JUSTINE Das ist deine Farbe. JUSTINE Ist von der Fashion Week in New York. MICHA Danke. JUSTINE So. Ab in den Trockner. FELIX Michaela isst mit. FELIX Anne? Ich hab dich Uberrumpelt, oder? ANNE Hm? FELIX Das wollte ich nicht. IRINA Hast du aber. Und uns auch. Huh? MARTIN Hm. Also ich find's interessant. Felix hat sein Gewissen wiederentdeckt und den Abend zu einem sozialen Experiment umgestaltet. IRINA Ja und morgen verteilen wir Decken an Obdachlose, oder? FELIX Ja. FELIX Warum eigentlich nicht? Der Fahrer, der angehalten hat, die Menschen von der Rettung, die NotArztin. Ohne fremde Hilfe wAre ich jetzt tot. Und da finde ich es einfach nur anstAndig, wenn ich von meinem GlUck was zurUckgeben mochte. IRINA Wenn du jemanden glUcklich machen willst, dann fang doch mit deiner Frau an. ANNE Hm? FELIX Anne, Michaela braucht unsere Hilfe. Ich kann sie doch nicht einfach wegschicken. IRINA Soll ich das machen? ANNE Lass ruhig, ich komm schon klar. ANNE Gut. Ich wUrde jetzt gerne essen. MARTIN Mh. Das ist doch sensationelles Carpaccio, oder? FELIX Michaela, darf ich Sie fragen, was Sie beruflich machen? MICHA Supermarkt. MARTIN Oh, ausgezeichnet. Die einzige Person hier am Tisch mit einem systemrelevanten Beruf. IRINA Schliebt das Professoren mit ein? MARTIN Absolut. Im Vergleich zu ihr sind wir alles nutzlose, elitAre Arschlocher. Aber das Carpaccio sollten Sie trotzdem probieren. MICHA Seit Emily weg ist, gehe ich eigentlich jeden Tag los. Direkt nach der Arbeit, manchmal auch schon frUher. Der Filialleiter hat mich schon abgemahnt und am, am Wochenende gehe ich morgens los, bis ich nicht mehr kann. FELIX Also wenn Lynn weg wAr, dann wUrden wir dasselbe tun ANNE Ich weibnicht, was ich tun wUrde. Ich kann mir das nicht vorstellen und ich will das auch nicht. IRINA Hat Ihre Suche denn schon irgendwas gebracht? Irgendwelche Erkenntnisse? Spuren? MICHA Ich weibnicht. Nee, eigentlich nicht. IRINA Und trotzdem gehen Sie jeden Tag aufs Neue los. MICHA Ja. MICHA Was soll ich machen? Im Supermarkt halten sie mich auch schon fUr durchgeknallt. IRINA Ja, vielleicht zu Recht. MARTIN Irina, lass das doch mal. MICHA Wie meinen sie das? IRINA Was sie tun ist zwanghaft. MARTIN Lass das. Es ist einfach nicht zielfUhrend. IRINA Doch, ist zielfUhrend, vielleicht schon. Ich helfe ihr dabei, neue Strategien zu entwickeln. Und es ist allemal hilfreicher als euer falsches Mitleid. JUSTINE Mein Mitleid ist vollkommen echt. FELIX Ja, also ich MICHA Haben Sie einen besseren Vorschlag? IRINA Besser als kopflos durch die Stadt zu rennen? Alles ist besser. Alles. FELIX Okay, Irina. Was wUrdest du Michaela denn raten? Als Juristin. IRINA Die soll das der Polizei Uberlassen. MICHA Haben Sie mir gerade nicht zugehort? Ich komme aus GrUnau. FUr die Polizei sind wir Dreck. MARTIN Da hat sie doch ein Punkt. Jetzt hor doch mal zu. MICHA Wenn Leute wie Sie da anrufen, wenn Ihre Tochter verschwindet, dann kommen die mit Mann und Hubschraubern. Und wenn ich da anrufe, dann, dann passiert zwei Wochen gar nichts. Und dann kommen zwei Praktikanten und die sitzen in meiner KUche, saufen den Kaffee weg und wollen mir meine Tochter erklAren und das war's. IRINA Gab's denn irgendwelche Hinweise auf ein Verbrechen? IRINA Eingetretene TUren, Blutspuren, irgendwelche . MARTIN Also, nehmen Sie es jetzt bitte nicht personlich. Irina hort sich immer so an, als wUrde sie einen ins Kreuzverhor nehmen. MICHA Nee. Warum? IRINA Naja, vielleicht sucht Ihre Tochter nur ein bisschen Abstand. Hatten Sie Streit? MICHA Sagen Sie es mir doch einfach. Sie glauben mir kein Wort. IRINA Nee, ich glaube an Statistik. Und wenn junge Menschen verschwinden, dann gab�s meistens vorher einen Streit. Und wenn sich die Wolken verziehen, dann tauchen die wieder auf. JUSTINE Aber das ist doch gut, grobartig, das heibt, alles wird gut. IRINA Naja, das habe ich nicht gesagt. MICHA Wir hatten keinen Streit und ich bin eine gute Mutter. IRINA Ja. FELIX Also das eine schliebt das andere ja nicht aus. Also Lynn, also wir streiten uns dauernd mit Lynn, oder? ANNE Ich streite mich mit Lynn und dann lAuft sie zu dir, weil du ihr alles erlaubst. FELIX Was? MICHA Nee, Emily hat es gut bei mir. Ich JUSTINE Das bezweifelt wirklich, wirklich niemand. MICHA Nee, alle bezweifeln das. Alle. Sie, die Polizei, alle. Alle bezweifeln das. Die horen nur GrUnau und dann denken die, klar, ja, ja, ja, klar, kein Wunder, ist das MAdchen weg, da leben ja auch nur Assis. Und dann denken die �Gut fUr sie.�. Und dann suchen die nicht mal nach ihr, die verblodeten Bullen. Und deswegen lauf ich durch die ganze verfickte Stadt. IRINA Ja. MARTIN Keine fUnf Minuten und die Frau weint. IRINA Wir haben uns einfach unterhalten. MARTIN Bravo. JUSTINE Micha? IRINA Ja. JUSTINE Michaela? ANNE Tschuldigung. ANNE Entschuldigung. ANNE Alles abstrus. FELIX Seit wann rauchst du denn wieder? ANNE Seit du dich fast totgefahren hAttest. FELIX Kannst wieder aufhoren, ich hab's Uberlebt. ANNE Sag ich dir, was du zu tun und zu lassen hast? ANNE Reicht schon, dass du uns diese Irre aufgezwungen hast. FELIX Sie ist einfach nur verzweifelt. ANNE Die Frau macht mir Angst. FELIX Was soll denn passieren? IRINA Sehr schon machst du das. MARTIN Danke. IRINA Sag mal, diese Frau, ja? Dieser Abend. Ah, was, was soll das werden, wenn's fertig ist? FELIX Ach, bitte fang du nicht auch noch an. IRINA Hier. IRINA Trink. JUSTINE Ich kann Michaela nirgendwo finden. MARTIN Hm. Kein Wunder. Irina hat sie mit ihrem Charme in die Flucht geschlagen. MARTIN Ey, die sind abgezAhlt. JUSTINE Ihre Tasche ist noch in meinem Zimmer. FELIX Wenn eine Jugendliche verschwindet IRINA Hm? FELIX Wer ist da zustAndig? IRINA Kripo, Staatsanwaltschaft. FELIX Wen kennen wir da? IRINA Warum? FELIX Wir rufen da an. IRINA Wir heibt in dem Fall ich, oder? FELIX Naja, also wir konnen nicht hinnehmen, dass keiner was tut, nur weil das MAdchen aus GrUnau kommt. Also wen kennst du da? IRINA Felix, ich bin deine Justiziarin, ich mach Vertragsrecht. Ich hab seit Ewigkeiten nichts mehr mit solchen Ermittlungen zu tun. MARTIN Ehm. Der aus dem Studium, der jetzt Staatsanwalt geworden ist, Dario . FELIX Mh? IRINA Ah, du meinst Mario? Mario. MARTIN Mario! Mario, der schone Mario. Haha, den rufst du an, der frisst dir aus der Hand. IRINA Und dann, was sag ich ihm? Mario, sag deinen Leuten m MARTIN Also, am Wording wUrde ich nochmal arbeiten, aber inhaltlich? Top! FELIX Ruf ihn an. Probier's einfach. IRINA Konnen wir das nochmal unter vier Augen besprechen? FELIX Mach's einfach. IRINA Ist das jetzt eine dienstliche Anweisung oder ist das mein PrivatvergnUgen? FELIX Nennen wir es Mitmenschlichkeit. IRINA Hier sind Sie. IRINA Ihre Tochter, Emily. Schreiben Sie alles auf. Name, Geburtsdatum, wann und wo sie verschwunden ist und die Namen der Polizisten, wenn Sie sich erinnern. IRINA Ist Ihr GlUckstag. MARIO Also, ich wiederhole das nochmal. Die Beamten heiben Wieseler und Brandt. IRINA Mhm. MARIO Das verschwundene MAdchen, Emily Wellmann. IRINA Das ist korrekt und Emily mit Y. MARIO Gut, das habe ich vermerkt. Ich kUmmer mich. IRINA Gut, dank dir. Wir wollen einfach sicher gehen, dass in dem Fall wirklich alles getan wird, ja? MARIO Ja, natUrlich, das verstehe ich. Ich spreche mit den zustAndigen Kollegen. IRINA Und rufst mich dann an, ja? MARIO Sobald ich was hore. IRINA Gut, dank dir und schonen Abend noch. MARIO Ja, dir auch, Irina. Ciao. IRINA Ciao! FELIX Na, das klang ja vielversprechend. IRINA Ja, dein Wunsch ist mir Befehl. MARTIN Ja, so ist sie, meine Irina. Immer ein Ass im Armel. JUSTINE Micha, jetzt freu dich doch mal. MICHA Ja, ich freu mich. JUSTINE Siehst aber nicht so aus. MICHA Nein, es ist nur, weil ich. Ich lauf da zwei Monate rum mit meinen bloden Zetteln und dann kommt Irina und macht einen einzigen Anruf. MARTIN Willkommen in den Hinterzimmern der Macht. FELIX Ohne Irina wAre ich lAngst pleite. MARTIN Naja, also wohl eher in Haft, ne? MICHA Sind Sie so ein Gangster oder sowas? FELIX Finanzdienstleistungen. MARTIN Also, der Felix, der nimmt das Geld von reichen Leuten, so wie Annes - sehr vermogende Familie - macht daraus mehr Geld unter Einsetzung aller Schlupflocher. Also ja, sowas wie ein Verbrecher. ANNE So ein Schwachsinn. FELIX Nein, er hat recht. MARTIN Kommt da nicht mehr Widerspruch? FELIX No, stimmt schon. Ich lebe und ich arbeite fUr maximalen Profit. FELIX Aber auch das werde ich Andern. MARTIN Ah, Moment mal. Willst du dich jetzt an Gesetze halten? Dann ist Irina arbeitslos und, und, und was mit mir? Wie soll ich mich jemals wieder moralisch Uberlegen fUhlen? IRINA Ach, das ist doch Quatsch, Murkel. Du wirst dich immer moralisch Uberlegen fUhlen. MARTIN Ist auch wieder wahr. IRINA Sag mal, dauert das noch lange, sonst schmier ich mir ein Brot. MARTIN Nicht notig. MARTIN Ich darf vorstellen, HummerhAppchen alla Luciano. Buon appetito. MARTIN Hilfst du mir? MARTIN Bitteschon. Zack, zack, zack. IRINA Ja, das sieht Ubersichtlich aus. ANNE Dankeschon. IRINA Justine, mach�s einfach. MARTIN Mach�s einfach. IRINA Isst du das mit Messer und Gabel? Das ja Wahnsinn. Zeig mal. JUSTINE Meine sind, die Liebsten sind die Orangenen. MARTIN Und das ist auch die. JUSTINE Alles was da drin ist, bekommt auch seinen Platz. Das finde ich schon. Also man kann wirklich alles schmecken. Es ist nicht Uberdeckt. MARTIN Und damit wird das vermengt. FELIX Ach ja. MARTIN Und das ist sehr gut vielleicht fUr dich und dich auch FELIX Ich weibnicht mit der Platte im Kopf, ob ich. MARTIN Entschuldigung. Sie konnen das mit Fingern essen. Ich verstehe schon, aber das konnen Sie mit Fingern essen. MICHA Ich glaube, ich habe noch nie so was Gutes gegessen. MARTIN Dann freuen Sie sich schon mal auf�s Hauptgericht. IRINA Aber teilen Sie sich Ihre Freude gut ein, das kann eine Weile dauern. MARTIN Lustig. JUSTINE Alles okay? ANNE Was? JUSTINE Was ist? Was hast du? ANNE Nichts. JUSTINE Nicht deine Ernst. FELIX Was ist? JUSTINE Hast du das gesehen? FELIX Ja, Ahm, na und? JUSTINE Der. Januar. FELIX Das ist von Micha, das, an dem Tag ist Emily verschwunden. Das ist traurig. JUSTINE Ja, und was noch? FELIX Wie, was noch? JUSTINE Weibt du das nicht mehr? FELIX Was weibich nicht? JUSTINE Am. Januar war dein Unfall. MICHA Was? FELIX Was? JUSTINE Hast du das etwa auch vergessen? FELIX Justine, ich hab alles vergessen. Ich war im Koma, da hatte ich andere, andere Sorgen. MARTIN Ja, das stimmt. Das war der Freitag vor unserem gemeinsamen Wochenende. JUSTINE Ist euch klar, was das bedeutet? IRINA Nein, Justine, was bedeutet das denn? JUSTINE Das ist Schicksal. IRINA Ja, das habe ich befUrchtet. JUSTINE In ein und derselben Nacht werden euer beider Leben auf den Kopf gestellt. Und hier und heute kreuzen sich eure Wege. Seht ihr das nicht, wie sich da ein Kreis schliebt? IRINA Das nennt man Zufall. JUSTINE Das ist das Universum, das sein Gleichgewicht sucht. IRINA Ah. JUSTINE Ich hab GAnsehaut. MARTIN Ja, und damit hat Justine wieder mal eindrucksvoll bewiesen, dass unsere grobartigen Gehirne genau die Wahrheit erschaffen, die uns am besten in den Kram passt. JUSTINE Hor nicht auf den Klugscheiber. Das hier, das ist ein Zeichen. Es wird jetzt alles gut. MICHA Was war das fUr ein Unfall? Was was genau ist da passiert? FELIX Ehm. FELIX Es war dunkel, angeblich hat�s geregnet. FELIX Ich bin von der Strabe abgekommen und ehm, im Wald gegen einen Baum geknallt. MICHA Angeblich? FELIX Ja, ich, Ah, ich, ich, ich, ich, ich, ich, erinnere mich nicht. Ich wollte zu Martin fahren, bin ins Auto gestiegen und, Ahm, ab dann, wie sagt man? JUSTINE Posttraumatische Amnesie. Ich weibnAmlich auch ein bisschen was. MARTIN Oho. FELIX Ja und zwei Wochen spAter wache ich auf, auf der Intensivstation und neben meinem Bett steht Anne. ANNE Hor auf! Ich hab mir einen unbeschwerten Abend gewUnscht und stattdessen hab ich das hier bekommen. ANNE Aber eins werd ich euch sagen. Uber diesen Unfall werd ich jetzt nicht mit euch reden. JUSTINE Das ist vorbei, Anne. Du musst keine Angst mehr davor haben. ANNE Ich hab keine Angst, ich hab keinen Bedarf. Null. JUSTINE Steh doch dazu. Du hast es nicht mal geschafft, Felix' Koffer auszupacken. ANNE Entschuldige bitte, ich bin doch nicht seine Mutter. Und hor bitte auf, mich zu analysieren. FELIX Mein Koffer aus dem Auto? JUSTINE Steht immer noch in deinem Zimmer. ANNE Sie horen es ja. Ich habe auch eine schwere Zeit hinter mir. Und Sie werden sicher verstehen, dass ich mich einfach nur noch ein bisschen Ruhe und Frieden sehne. JUSTINE Entschuldigung, Ahm, also Micha vermisst ihre Tochter und du wUnscht dir Ruhe und Frieden. Findest du das nicht ein bisschen unangebracht? ANNE Du meinst nur, weil sie unglUcklich ist, muss ich es jetzt auch sein, oder was? Damit ist ihr geholfen, ja? JUSTINE Nein, aber sie ist nun mal hier. Also direkt vor unserer Nase. ANNE Ja, war nicht meine Idee. ANNE Entschuldigung, ist nicht personlich gemeint. MARTIN Ja, stimmt. MARTIN Es lebt sich leichter, wenn das UnglUck auf der anderen Seite der Autobahn bleibt. ANNE Ja, ich weibwie das klingt, Martin, danke. Aber genau so ist es. JUSTINE Ja, aber vielleicht haben wir jetzt einfach gerade im Moment kein Recht auf unsere Unbeschwertheit. ANNE Ich hab kein Recht? ANNE Entschuldige bitte, wo warst du die letzten Wochen? Das war die schlimmste Zeit meines Lebens. MARTIN Okay, aber immerhin hat es genug Energie, um hier nochmal das Wohnzimmer neu zu moblieren, ein neues Auto zu kaufen und diese . ANNE Das hab ich gemacht, um nicht den Verstand zu verlieren. MARTIN Ja, so ist das! MARTIN Die einen laufen verzweifelt durch die Stadt. Und die anderen kaufen obszone Wohnlandschaften. IRINA Sag mal, jetzt komm mal von deinem hohen Ross runter und . IRINA Hor mal auf zu klopfen! MARTIN Ey. Also IRINA Das geht wahnsinnig auf�n Wecker. MARTIN Ja, aber ich denke, du hast Hunger. IRINA Ja. MARTIN Musst dich mal entscheiden. MICHA Wo war das? FELIX Hm MICHA Der Unfall. Wo genau ist das passiert? FELIX Keine Ahnung. Ist Auf irgendeiner Nebenstrabe im Wald. ANNE Ich hab Sie grad um was gebeten. MICHA Er war auf dem Weg zu Ihnen. MARTIN Ja. MARTIN Wir wollten zusammen in die Schweiz, Davos. So wie jedes Jahr seit unserem Studium. Ein bisschen wandern, Sauna, Detox. MICHA Und wo wohnen Sie? MARTIN Hm? MICHA Wo wohnen Sie? MARTIN Am Westerberg. Warum? MICHA Und wo ist der Unfall passiert? War das eine Bundesstrabe oder eine Kreisstrabe? ANNE Warum interessiert Sie das? Und warum interessiert sich niemand dafUr, was ich sage? FELIX Ich weibnicht, was das fUr eine Strabe war. Und ehrlich gesagt, nach so einem Unfall stellt man sich ganz andere Fragen. MARTIN Ja, natUrlich. Was soll das Ganze? Was ist der Sinn des Lebens? FELIX Sowas in der Art. Und ob man fUr die richtigen Dinge kAmpft. IRINA Das ist ja wie so ein Spruch vom Abreib-Kalender der sozialistischen Jugend. Tschuldigung. JUSTINE Ich find das wunderschon. MICHA War das die , eine schwarze Limousine? ANNE Horen Sie endlich auf damit! MARTIN Hey, Vorsicht! Hier sind Lebensmittel. Konnen wir ein bisschen auf Hygiene achten? IRINA Und was kommt jetzt? Einhorngedichte oder was? MARTIN Was ist das denn alles? MICHA Das ist alles. Alles Uber den . Januar. JUSTINE Kann das sein, dass du dich gerne in die Dinge ein bisschen verbeibt? MICHA Hier. MICHA Auf der K in Hohe des Lauinger Forst ist gegen Uhr der Fahrer einer schwarzen Limousine aus ungeklArten GrUnden von der Fahrbahn abgekommen. Die Feuerwehr musste den lebensgefAhrlich verletzten Fahrer mit Hilfe von hydraulischem GerAt befreien. Die Polizei war bis in die FELIX Darf ich? MARTIN Ja ja, das ist schon dein Auto, Felix. FELIX Schon komisch. FELIX Also, wenn man dem eigenen Tod so auf einem Foto begegnet. IRINA Sagen Sie mal, schlafen Sie eigentlich auch mal? Ich meine, Sie arbeiten, Sie rennen durch die Stadt und nachts kleben Sie hier diese Dinge in Ihr Poesiealbum, oder � MICHA Wenn Ihre Tochter weg wAre, wUrden Sie dann schlafen? ANNE So. ANNE Es reicht dann. MICHA Sie wohnen am Westerberg, richtig? MARTIN Ja, wie gesagt. MICHA Das macht keinen Sinn. MARTIN Doch, das ist eine sehr schone Gegend. MICHA Hier. MICHA Wir sind hier, im Waldviertel. Und der Westerberg ist hier, im Norden. Aber hier war der Unfall, im Lauinger Forst. MARTIN Ja, also, sie hat Recht, Felix. Das ist ja ein ganz schoner Umweg, ne? MICHA Was wollten Sie im Lauinger Forst? FELIX Pff. Sie klingen wie, wie, wie diese, wie diese Polizisten. Die, kaum war ich aus dem Koma erwacht, standen die an meinem Krankenhausbett. JUSTINE Und was hast du denen gesagt? FELIX Ich hab denen gesagt, dass ich mich an nichts erinnere. MICHA Was wollten Sie im Lauinger Forst? FELIX Sie fragen den Falschen. Am-ne-sie. Googeln Sie das. IRINA Nein, das ist nicht notig. Die Autobahn war gesperrt. Der gesamte innere Ring. LKW-Unfall. MICHA Was hat das damit zu tun? IRINA Was hat das damit zu tun? Freitagabend, Stau. Da leitet einen das Navi schon mal Uber Nebenstraben. FELIX So. Und genau so wird's gewesen sein. Ich fahr immer ganz stur nach Navi, weil ich Uberhaupt gar keinen Orientierungssinn hab. MARTIN Ja, das, das kann ich bestAtigen. Es ist schon lAcherlich. IRINA Ich hab Ihnen von Anfang an gesagt, dass Sie die Sache der Polizei Uberlassen sollen. IRINA Diese Dinge sind wirklich kompliziert. MICHA Sie meinen, zu kompliziert fUr mich? IRINA Das haben Sie gesagt. ANNE Oh Gott, ich werde wahnsinnig. MICHA Hier. MICHA Nach dem Unfall war eine Suchmannschaft vor Ort. Warum? Was, was haben die gesucht? IRINA Die Unfallursache? Ein zweites Fahrzeug? Ein Tier, das auf die Strabe gelaufen ist? MICHA Eine Person auf dem Beifahrersitz? FELIX Nein, ich war allein. Da war niemand. Ich war alleine, alleine, alleine, alleine, alleine, alleine. MICHA Woher wollen Sie das wissen? Sie haben doch Amnesie. FELIX Sehen Sie sich doch mal den Wagen an. MICHA Das mache ich ja. Wenn Sie allein waren, warum wurde dann der zweite Airbag ausgelost? MARTIN Ja, stimmt schon. Da ist Der zweite Airbag ist ausgelost worden, Felix. JUSTINE Also lost der nicht von allein aus? MICHA Ja, aber nur wenn da jemand sitzt. ANNE Was bilden Sie sich eigentlich ein? ANNE Sie sitzen hier an unserem Tisch, essen unser Essen. Und Sie verhoren meinen Mann, als hAtte er Ihre Tochter in den Wald verschleppt. MICHA Das habe ich nicht gesagt. ANNE Doch, doch, genau darum geht es. MICHA Nein, das habe ich nicht gesagt. ANNE Doch, doch natUrlich! MICHA Nein, das hab ich nicht. ANNE Seit Sie das mit dem Datum wissen, da suchen Sie nach einem Zusammenhang. Aber es gibt keinen Zusammenhang. MICHA Jemand sabauf dem Beifahrersitz. ANNE Nein, Sie sehen Gespenster. MICHA Aber jemand sab ANNE Nein, nein! Und ich, ich kann Sie sogar verstehen, Sie suchen Ihr Kind. Sie, Sie liegen nachts wach, rennen durch die Stadt. MICHA Jemand sa ANNE Nein! Und Sie konnen an nichts mehr anderes denken. Und dann plotzlich Felix Unfall. Ja. Endlich eine Spur. Und jetzt konnen Sie nicht aufhoren, darin herumzubohren, wie ein Specht, der immer wieder auf dieselbe Stelle eindrischt. MICHA Wer war die zweite Person? ANNE Es gibt keine zweite Person! MICHA Doch, da sabjemand auf dem Beifahrersitz! IRINA Sein Koffer. Sein Koffer war auf dem Beifahrersitz, sagt die Polizei. Der Sensor kann nicht unterscheiden zwischen einem Menschen und einem Koffer. IRINA Also. FELIX Ach! Oh Gott! Ach! ANNE Da haben Sie Ihre Antwort. Und jetzt verschwinden Sie. Packen Sie Ihren Scheibzusammen und hauen Sie ab. ANNE Verpiss dich in dein Hochhaus. Die Show ist beendet. JUSTINE Deine Sachen sind trocken. JUSTINE Anne ist ein bisschen Uberspannt. MICHA Nein, sie hat Recht. MICHA Ich bin verrUckt. MICHA Ich bin verrUckt. Ich bin verrUckt und bescheuert. MICHA Ich bin verrUckt. Ich bin verrUckt, bescheuert und blod. Dumm, dumm, dumm. JUSTINE Sowas darfst du nicht sagen. MICHA Dumm. Ich hab einen dummen, bloden Kopf. Ich bin zu blod, um auf meine eigene Tochter aufzupassen oder mein scheibLeben in den Griff zu kriegen. JUSTINE Du, Micha, kannst du das lassen? Ich kann das nicht so gut haben. MICHA Dumm, dumm, blod im Kopf. MICHA Ich bin die Gehirnamputierte, die sich mit ein Kind machen lAsst von irgendeinem Wichser im Club. MICHA Die sich dann ihr ganzes Leben versaut und die Schule schmeibt. MICHA Wegen einem Fick rAume ich jetzt Regale ein. MICHA Mir passieren immer nur Scheibgeschichten. Scheibgeschichten mit Scheibleuten. Und deswegen komm ich auch nie wieder raus aus fucking GrUnau. JUSTINE Kannst die Sachen gern behalten. Ich schenk sie dir. MICHA Ich brauch nichts. JUSTINE Sicher? MICHA Weibt du, wenn ich damit in GrUnau rumlaufe, kann ich mir gleich selber in die Fresse schlagen. ANNE Entschuldige meinen Ausbruch vorhin. Ist sonst nicht meine Art. MARTIN Ich fand�s klasse. Bist ne Lowin. ANNE Lass mich einfach nicht gern mit Dreck beschmeiben. MARTIN Ja. MARTIN Es ist schon komisch, oder? Mit dem, Ah, mit dem Datum. Mit dem. Januar. MARTIN Mit dem Airbag. MARTIN Hat mich schon erschreckt. ANNE Warum? MARTIN Na, ich mein nur rein hypothetisch. ANNE Wir spenden deinem Lehrstuhl jedes Jahr einen Batzen Geld. ANNE Ohne, wAr scheibe, oder? Rein hypothetisch. MARTIN Ja. JUSTINE Sie ist im Schlafzimmer. FELIX Wie war das? JUSTINE Micha, sie ist an Felix Koffer. ANNE Gut, es reicht. Ich ruf die Polizei. FELIX Stopp! Stopp, stopp, stopp, stopp. JUSTINE Sag mal, was machst du denn? FELIX Was haben Sie da? Geben Sie das mal her. IRINA Fenster auf, Anne! ANNE Ja! MARTIN Komm, komm, komm, komm. FELIX Meine Augen! IRINA Wasser! Wasser! MARTIN Komm mal her. Komm, komm, komm, komm. FELIX Ich seh nichts, ich seh nichts. Ah, das tut weh. Scheibe! Das tut weh! IRINA Wasser! Mach Wasser rein! FELIX Scheibe! Oh das brennt. ANNE Das werden Sie sowas von bereuen! MICHA Ja, rufen Sie die Polizei. FELIX Oh das brennt! MICHA Und sagen Sie denen, dass ihr Mann am Verteiler war. Am Kreisverkehr in GrUnau am. Januar. MARTIN Was? ANNE Was reden Sie da? MICHA Hier! Hier, er hat getankt.Uhr, genau da ist Emily verschwunden. FELIX Was? MICHA Was ist das hier? MARTIN Ey, ey, ey! MICHA Was ist das fUr eine Scheibe? MARTIN Ganz ruhig! MICHA Ist das irgendein MARTIN Ja. Alles gut. Nein. Komm. MICHA Psychospiel fUr reiche Wichser, die sich langweilen? IRINA Moment, Moment. MARTIN Nein, nein, nein. MICHA Hast du mich deswegen ins Haus gebracht, huh? MICHA Hey, hey, hey. FELIX Lassen Sie das, Sie sind verrUckt! MICHA GedAchtnisverlust! FELIX Sie sind verrUckt! MICHA Amnesie! IRINA Wir beruhigen uns jetzt alle mal, ja? MICHA Rufen Sie die Polizei. IRINA Leg das Telefon weg. MICHA Was habt ihr mit meiner Tochter gemacht? IRINA Wir beruhigen uns. MICHA Was habt ihr mit meiner Tochter gemacht? MICHA Findest du das lustig, Arschloch? FELIX Nee, nee, das ist Wahnsinn. Horen Sie sich gar nicht selber zu? Das ist echt � Was glauben Sie, wer ich bin? Jeffrey Epstein oder was? MICHA Was wolltest du an der Tankstelle? FELIX Ich weibes nicht! Verdammt nochmal, du blode Kuh! MICHA Bullshit. FELIX Ich weibes nicht. JUSTINE Michaela, jetzt atme doch mal durch. FELIX Okay. Wir kommen ja so nicht weiter, das merken wir ja. Wir mUssen uns jetzt beruhigen. Wir mUssen logisch nachdenken. Wir leben im . Jahrhundert. Es wird sich ja wohl feststellen lassen, wo ich war. IRINA Nein, wir mUssen Uberhaupt gar nichts feststellen. Weil selbst wenn du an diesem Verteiler getankt hast, ist scheibegal. Da tanken jeden Tag hunderttausend Leute. FELIX Ja, es, aber ergibt keinen Sinn. Um neun will ich bei Martin sein, um halb zehn tanke ich an dem scheibVerteiler und um elf knalle ich irgendwo am anderen Ende der Stadt gegen einen Baum. Das ist Ich komme mir vor wie ein Schlafwandler. JUSTINE Ja, das kann ich gut nachvollziehen. ANNE Ja, natUrlich kannst du das wieder nachvollziehen. Du kannst einfach alles und jeden nachvollziehen. MARTIN Hor doch auf. Anne, lass es. Ist doch nicht wichtig jetzt. ANNE Kannst du endlich mal Haltung zeigen? Ist doch wahr! JUSTINE Meine Haltung ist es, VerstAndnis zu haben. ANNE Das ist doch keine Haltung. MARTIN Anne ANNE Das ist ein FAhnchen, das nach dem Wind weht. JUSTINE Wer ist hier eingezogen? Wer hort sich wochenlang deinen Kummer an und redet mit dir Uber Wandfarben und Sofastoffe? ANNE Ich hab dich nicht gebeten herzukommen. Echt. MARTIN Das ist sinnlos. Jetzt, bitte. ANNE Nein, du bist doch nur hier, weil du kein eigenes Leben hast. MARTIN Oh. Komm. JUSTINE Ich verzeihe dir, aber wenn es dir besser geht, dann erwarte ich eine Entschuldigung. MICHA Konnt ihr mal die Fresse halten? ANNE Ihr konnt mich alle mal am Arsch lecken, echt. FELIX Anne. FELIX Oh. Anne. Och Mensch, grad jetzt. FELIX Anne. Anne. FELIX Ich hab's! Anne? FELIX Anne? Ich hab's. Wo ist mein Handy? Das, das aus dem Auto? FELIX Anne? Was nimmst du denn da? FELIX Sind die legal? Wer hat dir die verschrieben? FELIX Anne? Anne, bitte! Wo ist mein Handy? Bitte! ANNE Ich wollte es uns schon machen. FELIX Ah. FELIX Super, super. FELIX So. FELIX Jetzt wird sich alles aufklAren. Mein altes Handy aus dem Auto. Da ist alles drauf. Wo ich war, mit wem ich gesprochen habe. Auch vom . Januar, alles, einfach alles. Alles aus meinem Leben. So. FELIX Ach komm schon, lass mich nicht hAngen. FELIX Komm. JUSTINE Wenn das klappert, ist es tot. IRINA Na ja, ist vielleicht auch besser so. JUSTINE Mach doch die SIM-Karte raus und steck sie in dein neues Handy. FELIX Ah, gute Idee. ANNE Die ist bei der Polizei. ANNE Die mUssen UberprUfen, ob du am Steuer telefoniert hast oder E-Mails geschrieben oder was man eben so macht als Mann von Welt. FELIX Okay, ruf da an bei der Polizei. Wir schicken wen vorbei. IRINA Sag mal, weibt du wie spAt es ist? FELIX Mann, lass dir was einfallen. DafUr bezahl ich dich. FELIX Martin, was ist mit dir? MARTIN Was soll mit mir sein? FELIX Ja, ich bin zu dir hingefahren. Ich wollte dich abholen. MARTIN Ja, und? FELIX Ja, da haben wir doch sicher gesprochen oder geschrieben oder so. MARTIN Ne, nicht dass ich wUsste. FELIX Du hast doch die ganze Zeit auf mich gewartet. MARTIN Ja. JUSTINE Na ja. Mich rufst du schon an, wenn ich zwei Minuten zu spAt bin. FELIX Lass mich mal dein Handy sehen, bitte. MARTIN Ey, sicher nicht. FELIX Martin, dein Handy. MARTIN Jetzt lass das mal. Das ist meine PrivatsphAre. FELIX Ich scheibe auf deine PrivatsphAre. Gib mir dein Handy. MARTIN Mein Gott, wir hatten keinen Kontakt. Du kommst und gehst, wann du willst. Das ist halt deine Art, mir deine Wichtigkeit zu demonstrieren. Okay, wem es wichtig ist, ist mir scheibegal, steh ich drUber. FELIX Sein Handy, wo ist das? IRINA Felix, hor auf deinen Freund. FELIX Sein Handy, wo ist sein Handy? IRINA Ich weibnicht, wo sein Handy ist. IRINA Lass gut sein. MARTIN Hey! Meins! FELIX Gib�s mir jetzt. MARTIN Lass das jetzt! FELIX Gib�s mir. MARTIN Mann, hilft mir mal alle! FELIX Gib�s mir. MARTIN Mann, dein Mann ist verrUckt geworden! FELIX Gib mir dein Handy. MARTIN Alles nur wegen der Bananenfrau! FELIX Dein Handy! MARTIN Wir kennen die doch nicht mal! Vielleicht hat die das alles nur erfunden! MICHA Sie sind ja krank! MARTIN Wer weib, was Sie Ihrer Tochter angetan haben! Haben Sie der auch eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht geballert? Ey, nein! FELIX So. Okay, wie ist dein PIN? ? MARTIN Das hAttest du ja wohl gern. FELIX Es ist . Haha, ist albern. Okay � MARTIN Wer rechnet denn mit sowas? FELIX Dann wollen wir mal sehen. . Januar. Du hast mir ja doch geschrieben. JUSTINE HA? MICHA Was, was hat er geschrieben? FELIX Ahm MARTIN Hor mal zu, Felix, im Ernst, lass es. FELIX FUnf nach neun, Felix, wo bleibst du? JUSTINE Genau das macht er bei mir auch. FELIX Ja, zehn nach neun: Wo bleibst du!? mit Ausrufezeichen. Halb zehn: WO BLEIBST DU?, alles ganz grobgeschrieben. So und um, um MARTIN Lass es. FELIX Ah, hier! MARTIN Lass es! FELIX Ich hab geantwortet. Viertel nach zehn. FELIX Ahm Ich wurde aufgehalten. Zwinkersmiley. MICHA Aufgehalten wovon? FELIX Da gehort ein Bild dazu. MICHA Das ist Emily. FELIX Anne! FELIX Anne, dieses Foto ANNE Lass es. Ich will das nicht horen. FELIX Anne, was denkst du denn? Dass ich an Tankstellen junge Frauen auflese und dann . und was, ja was dann? Dass ich sie dann, weibich nicht, zerstUckele und vergrabe? Oder, das MAdchen ist jUnger als Lynn. ANNE Na und? Dinge passieren. Laufen aus dem Ruder, was weibich? FELIX Also das einzige, was im Moment aus dem Ruder lAuft, bist . ANNE Glaubst du, ich hab mich das nicht auch schon gefragt? ANNE Warum du mitten in der Nacht im Lauinger Forst rumfAhrst und dich danach an nichts erinnern kannst. FELIX Also hor auf diese Pillen zu fressen. FELIX Du verlierst ja den Verstand MICHA Was JUSTINE Ich hab nichts damit zu tun. FELIX Martin. FELIX Martin? FELIX Sag�s ihr. Was es mit den Fotos auf sich hat, sag�s ihr. MARTIN Du hast es mir doch geschickt. FELIX Ja, und warum? FELIX Na, Feigling. IRINA So, wollt ihr uns mal aufklAren? FELIX Ahm . FELIX Es ist ein Spiel. MICHA Was ist ein Spiel? FELIX Martin und ich, wir schicken uns Fotos. FELIX Von ehm, attraktiven, jungen Frauen. MICHA Du hast sie fotografiert und dann war sie weg. FELIX Ja, ich versuch's grad zu erklAren. Da sind sehr viele Fotos drauf. Also, es gibt viele. Schauen Sie einfach mal nach. JUSTINE Ih! Ekelhaft. Ahm, Anne? Schau dir das mal an. ANNE Danke, ich hab schon gekotzt. FELIX Ja, ihr habt ja auch recht. Ehm. Ich mache Frauen zu Sexualobjekten. Und das ist absolut verwerflich. Moralisch verkommen. Und auch das werde ich Andern. MARTIN Mein Gott, jetzt hor aber auf mit dem Gewinsel. Haben sie dir im Krankenhaus die Eier abgeschnitten, ja? MARTIN Ja! Wir schauen uns junge, schone Frauen an. Und? Scheibdrauf! Wir sind MAnner. Genetik. Y- Chromosom. Schaut ihr euch keine schonen MAnner an?Auberdem, die Frauen, die haben das gar nicht gemerkt. JUSTINE Bist du sicher? MARTIN Ja, und wenn schon! Dann nimm's doch einfach als Kompliment! Mein Gott, das ist ein ganz einfacher, dummer Scherz. FrUher waren's halt Fubballbildchen und Autoquartett und jetzt sind's halt Titten und Arsche. MICHA Du redest hier Uber meine Tochter, du Arschloch! JUSTINE Ist sie tot? MARTIN Ah, meine Augen. IRINA Ne. War nur ein Taser. JUSTINE Woher kannst du sowas? IRINA Selbstverteidigungskurs, zweimal die Woche. MARTIN Meine Augen! Meine Augen! FELIX Das ist furchtbar. Furchtbar! IRINA Fass mal mit an. Nee, nee, nee, hier. Den Arm. Und jetzt zieh. MARTIN Ich brauch ein Arzt! IRINA Nee, die ist nur kurz bewusstlos. MARTIN Nicht fUr sie, fUr mich! Ich seh nur verschwommen. IRINA Das schaffst du schon mit deinem YC hromosom. FELIX Justine, was stehst du denn da so rum? Pack doch mal mit an. JUSTINE Nee, nee, das kann ich nicht. IRINA Auf jetzt, hier, hopp. Hilf mir. Zum Sofa. Ja, okay. IRINA So. Hinlegen. Ja. JUSTINE Hast du noch was? FELIX Was? JUSTINE Ach, das ist egal. Koks, Speed, Keta. ANNE Hier gibt's kein Koks. Die Zeiten sind vorbei. IRINA Kabelbinder. JUSTINE NatUrlich, doch. Ich weib. IRINA Felix. Kabelbinder. MARTIN Irina, das ist Freiheitsberaubung. IRINA Ne, das ist Gefahrenabwehr. IRINA Oder soll ich ihr den Hammer zurUckgeben, damit sie dir den SchAdel einschlagen kann? ANNE Was wird das jetzt? ANNE Justine, ich hab' dich gebeten, kein Kokain mehr in dieses Haus zu bringen. JUSTINE Das ist nicht von mir, das ist aus Felix Koffer. FELIX Was? Das ist doch Unsinn, ich hab' keine Ahnung, wo das herkommt. JUSTINE Felix FELIX Das ist nicht von mir! JUSTINE Ich hab's dir doch selber verkauft, du bist extra noch bei mir vorbeigekommen. Dritter Januar. FELIX Ich war bei dir? JUSTINE Michaela ist ohnmAchtig, du kannst die Amnesie-Nummer jetzt lassen. FELIX Das ist doch keine Nummer. Ich hab' 'ne Platte in meinem Kopf aus Titan. JUSTINE Also du warst bei mir um kurz nach acht und dann wolltest du weiter zu Martin. IRINA HA, wieso weibich davon nichts? JUSTINE Du musst ja Natascha Thielen icht alles wissen. JUSTINE Oh Gott, oh Gott, ihr habt so ein GlUck mit mir. Was? Was? Felix hat mich gebeten. ANNE Du weibt doch, dass er damit nicht umgehen kann. JUSTINE Ich weibdoch auch, dass du mit Psychopharmaka nicht umgehen kannst und verkaufst sie dir trotzdem. ANNE Also entschuldige mal, aber das ist doch was vollkommen anderes. JUSTINE Ihr seid meine Freunde und Kunden und alle erwachsen. FELIX Deine Tabletten sind von ihr? Die hat dir nicht mal einen Arzt verschrieben. ANNE Ich war in einer Extremsituation. ANNE Deinetwegen. FELIX Du warst was? ANNE Ich war in einer Extremsituation! FELIX Du weibt doch gar nicht, was das ist. Eine Extremsituation. Ich lag im Koma. Ich wAre fast draufgegangen und du hast hier rumgesessen. Du hast in Mobelkatalogen geblAttert. Und mit Geld um dich geworfen. ANNE Genau.Mein Geld. Meins. Und das ist auch gut so. Jeder Euro, den ich fUr mich ausgebe, ist einer weniger, den du fUr deine Nutten ausgeben kannst. ANNE Wandern und Sauna. Detox in Davos, schon klar. IRINA Du weibt davon? MARTIN Sag mal, worUber reden wir jetzt eigentlich gerade? FELIX Ja. IRINA Ach, komm jetzt hor doch auf, Mann. Wir wissen�s doch wirklich alle. JUSTINE Was jetzt genau? IRINA Also, alle Jahre wieder fahren unsere Herren der Schopfung in ein schones Hotel, ballern sich die Birne mit Koks zu und vogeln mit Escorts. IRINA Ehm, und Felix, der rechnet eure Sause Ubrigens Uber die Firma ab. IRINA Bewirtungskosten. FELIX Was soll as? MARTIN Geizkragen. IRINA Gell? IRINA Was mich eigentlich so erschreckt ist eure Fantasielosigkeit. Ich meine, ihr seid wirklich die freisten Menschen auf dem Planeten. Und das einzige, was euch einfAllt, ist Schampus, Koks und Nutten. Das ist so, so erbArmlich, ey. JUSTINE Wieso lAsst du dir das gefallen? IRINA Na ja, immerhin hat er noch Sex, der Martin. MARTIN Ja. IRINA Ja, braucht dafUr zwar seinen Felix und seine Edelnutten und so 'nen Eimer Koks, aber immerhin. Einmal im Jahr, da traut er sich raus, der Tiger, und dann wedelt er mit dem SchwAnzchen. MARTIN Ja, stell dir mal vor. MARTIN Ich hab Geschlechtsorgane. Ja, stell dir vor. MARTIN Und manchmal benutze ich die gerne auch. MARTIN Aber leider ist das ja mit dir nicht moglich. Nicht mehr. MARTIN Unsere Irina hier, die . die geht jeden Tag ins Studio. Und dann rudert sie und pumpt und stAhlt ihren Korper. Aber anfassen, anfassen darf man diesen Korper nicht. Nicht mehr. MARTIN Ist nur noch OberflAche. Was fUr eine Verschwendung. IRINA Einspruch. Du darfst diesen Korper nicht mehr anfassen. MARTIN Ah ja. So, jetzt lass mich raten. Er, er darf ihn anfassen, oder? FELIX Pass bitte auf, pass auf. IRINA Jetzt wird's wirklich wild. FELIX Pass auf. MARTIN Ja klar. MARTIN Morgens ein paar schmutzige Deals und dann abends, ja, noch ein Quickie im Fahrstuhl, oder? IRINA Noch im Fahrstuhl. Ja. Bist jetzt fertig? MARTIN Jetzt bin ich fertig. IRINA Also fUr�s Protokoll, ich ficke weder Felix noch dich. MARTIN Ja, weil du ein Roboter bist. IRINA Nee, weil ich das Interesse an MAnnern verloren hab. Weibte ihr, ihr seid einfach an eurem evolutionAren Endpunkt angekommen. Ich sag euch mal was, wenn es einen gerechten Gott gAbe, dann wArt ihr lAngst abgeschafft MICHA Was ist passiert? IRINA Ich Ahm Ich musste sie fixieren. MARTIN Sie haben einiges verpasst. MICHA Was? MARTIN Felix und ich, wir sind Sextouristen, Justine dealt und Ah . Meine Frau ist eine MAnnerhassende Lesbe. IRINA Kommen Sie, ich helfe Ihnen hoch. IRINA Micha. Setz dich mal. IRINA Okay. Und Ja, so ist gut. MICHA Bitte lassen Sie, lassen Sie mich gehen. IRINA Und dann? Gehen Sie zur Polizei oder? MICHA Ja. Er war dort. Er hat Emily fotografiert. Und Sie haben gesagt, Sie wollen mir helfen. Sie haben bei der Staatsanwaltschaft angerufen. MARTIN Da kennen Sie Irina aber schlecht. MICHA Was? MARTIN Irina hat da nicht wirklich angerufen, sie hat Ihnen das nur vorgespielt. Das war ihr Assistent, Lasse. Hat sie trainiert wie ein HUndchen. Wau wau. FELIX Ist das wahr? IRINA Felix, ich wUrde jetzt wirklich gerne mal mit dir sprechen. FELIX Nein, nein, nein, was soll das? Was ist hier los? IRINA Pass auf. Meine Aufgabe ist es, dich zu schUtzen. FELIX Ich mochte nicht beschUtzt werden. IRINA Ich versuche FELIX Was ist hier los? MICHA Lassen Sie mich gehen, bitte! MICHA Bitte, bitte lassen Sie mich gehen! MICHA Bitte. IRINA Bitteschon. IRINA Ich werde es dir nicht auch noch vorlesen. IRINA Deine Strafzettel landen auf meinem Schreibtisch. Ich habe gedacht, das ist eines deiner Escorts. MICHA Was ist das? MARTIN Du hast es die ganze Zeit gewusst? Sie war bei ihm im Auto. MICHA Ja, worauf warten Sie? Rufen Sie die Polizei! MICHA Bitte, rufen Sie die Polizei! MICHA Du, mach du's. JUSTINE Ich bin gar nicht da. MICHA Bitte mach. Bitte! Bitte. Rufen Sie die Polizei! Bitte! FELIX Ich versteh das nicht. ANNE Dreh mir jetzt nicht durch. ANNE Irina. MICHA Bitte rufen Sie die Polizei! Bitte. Rufen Sie die Polizei. MICHA Bitte. ANNE DarUber wolltest du die ganze Zeit mit ihm reden, oder? IRINA Ja. ANNE Was schlAgst du vor? IRINA Wir mUssen den Fakten ins Auge schauen. Er war an der Tankstelle und das MAdchen war in seinem Wagen. ANNE Moglicherweise hat er ihr was angetan. IRINA Das kann nur er wissen. ANNE Er weibes aber nicht. ANNE Krieg das wieder hin. IRINA Wenn sie mit dem Radarfoto zur Polizei geht, dann wird das hAsslich. MARTIN Was wird denn das, Anne? MICHA Nein, nein, nein, nein, nein, nein! MICHA Sie wollen mich kaufen? ANNE Das ist ihr Ticket. Raus aus ihrem Scheibleben. Ihre Worte, nicht meine. MICHA Ihr habt mir Emily weggenommen. ANNE Wer weibdas schon so genau. Ich nicht. Sie nicht. Felix nicht. Vielleicht steht sie morgen schon wieder auf der Matte. FELIX Anne, hor doch ANNE Halt dich raus! MICHA Nein, nein. Ihr hier habt gedacht, ihr konnt alles machen. Und dann? Die Welt mit eurem Geld zuscheiben. Und jetzt? Jetzt bin ich mal dran. Na, wie fUhlt sich das an? Selber mal gefickt zu werden. Huh? Wie fUhlt sich's an? Ich geh jetzt zur Polizei und ich reibeure schone heile Welt in StUcke. ANNE Nutzen Sie Ihren Verstand. Ja? ANNE Wir werden ein Heer von AnwAlten aus Sie loslassen. Felix Auto ist nur ein WUrfel auf dem Schrottplatz. Gibt keine Beweise. Keine Zeugen. Nur eine Kassiererin aus GrUnau, fUr die sich kein Schwein interessiert. FELIX Anne ANNE Nehmen Sie das Geld. Sonst machen wir Sie kaputt. FELIX Anne, hor jetzt auf. ANNE Ich bUgel hier gerade deine Scheibe aus. FELIX So, das muss ein Ende haben. Ich ruf jetzt die Polizei an ANNE Das machst du ganz sicher nicht. Gib her! FELIX Anne, wir konnen doch nicht weiterleben mit diesem Verdacht. ANNE Es ist nur ein Verdacht. FELIX Nein, das MAdchen war in meinem Wagen. Es war in meinem Wagen. Es sabneben mir, verstehst du? Das konnen wir doch nicht ignorieren. ANNE Du hast gar keine Vorstellung, was ich alles ignorieren kann. FELIX Aber ich nicht! Ich kann das nicht! Nicht mehr! ANNE NatUrlich kannst du das! Du hast dich ein Leben lang ein Dreck um andere geschert, jetzt reibdich gefAlligst zusammen. FELIX Was, wenn ich das war? Was dann? Dann geht das Leben einfach so weiter? ANNE Wenn du glaubst, dass ich zusehe, wie du hier alles in Schutt und Asche legst, mit deiner beschissenen Selbstgerechtigkeit, dann hast du dich getAuscht. Das hier ist auch mein Leben. FELIX Dein Leben? Das ist doch eher eine BeschAftigungstherapie hier. Ich meine, dein Leben ist tot. Dein Leben ist ode. So wie diese Mobelkataloge, in denen du die ganze Zeit blAtterst. Du bist doch die HAlfte der Zeit nicht mal bei Bewusstsein. ANNE Warum bist du blobaufgewacht? Warum bist du nicht einfach verreckt? IRINA Wo ist Lynn? ANNE Warum? IRINA Sie hat die Rechnung bezahlt. Sie war am . Januar an der Tankstelle, am Verteiler. ANNE Das ist unmoglich. IRINA Doch, ich kenne eure Kartennummern und das ist Lynns Nummer. ANNE Lynn war mit Freunden unterwegs, was . Sie hat nicht mal einen FUhrerschein. IRINA Sie hat das Benzin bezahlt und dreimal Pommes Mayo-Ketchup. FELIX Was? IRINA Ruf deine Tochter an. LYNN Papa? Ich bin da. Sorry, dass es so lange gedauert hat. LYNN Was ist hier los? LYNN Ist FELIX Lynn, Lynn? FELIX Am Tag meines Unfalls am Verteiler, was ist da passiert? LYNN Mama, was soll das? ANNE Ja, komm, sag schon. FELIX Wer ist das? LYNN Lass da, du tust mir weh. FELIX Entschuldigung. Wer ist dieses MAdchen? LYNN Das ist Emily. FELIX Okay, du weibt, wer sie ist. Ehm. Woher? Woher kennst du Emily? LYNN Was weibich? Aus einem Club, aus von einer Party. Woher man sich halt so kennt. FELIX Okay. LYNN Was ist hier los? Seid ihr alle durchgedreht? FELIX Am . Januar. Warst du da, wart ihr da am Verteiler? LYNN Weibich jetzt doch nicht. FELIX Warst du da? FELIX Wart ihr da? FELIX Ihr wart doch da. Du und Emily wart doch da. Herrgott, lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen. LYNN Ja, toll. Wenn du's schon weibt, warum fragst du mich dann? FELIX Sag�s. LYNN Es war Freitagabend, wir wollten uns Bier holen. Dann hab ich Emily da gesehen auf dem Bordstein. Sie war richtig fertig, weil ihre scheibMutter sie rausgeschmissen hat. MICHA Das ist eine LUge. Sie lUgt. LYNN Wer ist sie? Wer ist das? FELIX Ist egal, ist egal. Weiter. Was habt ihr dann gemacht? LYNN Ihr ging�s richtig kacke. Sie hatte, sie wusste nicht, wohin. Sie hatte kein Geld, ihr Handy war kaputt. Dann hab ich ihr ein Zimmer besorgt. FELIX Zimmer. FELIX Im Hotel? LYNN Nein, im Wohnheim von der Jugendhilfe. LYNN Da, wo ich auch im Sommer mein Praktikum gemacht hab. Du hast uns doch dahin gefahren. FELIX Ich hab was? LYNN Ja. Ich hab dich angerufen, ob du uns dahin fahren kannst. FELIX Ich Ich war deinetwegen am Verteiler? LYNN Ja. LYNN Wir haben getankt, ich hab Pommes geholt, dann sind wir los und dann sind wir direkt in die Radarfalle reingerast. FELIX Du warst im Wagen? LYNN Ja, natUrlich. Ich sabauf dem RUcksitz, du hast uns am Wohnheim abgesetzt und dann bist du weiter zu, zu Martin. FELIX Ich hab sie abgesetzt. FELIX Ich hab Emily gar nichts getan. Ich hab sie einfach nur abgesetzt. ANNE Warum hast du uns nichts gesagt? Warum hast du kein Wort gesagt? LYNN Ja, warum? Weil Ist ja klar. LYNN HAtte ich Papa nicht Uberredet, dann wAre das ja alles nicht passiert. LYNN Meinetwegen warst du zu spAt. Meinetwegen bist du gerast. Und meinetwegen. HAttest du dich fast tot gefahren. Das ist alles meine Schuld. FELIX Nein, nein, nein, nein, nein, nein. LYNN Doch. IRINA Gut, also wir wissen jetzt, dass Emily wohlbehalten in einem Wohnheim ist. MICHA Nein, das ist eine LUge. LYNN Das ist Emilies Mutter? FELIX Ja MICHA Ah, ihr steckt da alle mit drin. MICHA Ihr wollt mich verrUckt machen mit euren LUgengeschichten. LYNN Ne, das ist die Wahrheit. Sie haben sie doch rausgeschmissen? MICHA Sag das nochmal, du kleine Fotze. FELIX Hey, hey, hey, so reden Sie nicht mit meiner Tochter. LYNN Genauso hat sie auch Emily fertig gemacht. Dass sie eine Nutte ist, dass sie sich ihr ganzes Leben versaut und das sie ihr Kind abtreiben soll. FELIX Ha? IRINA Ah Emily ist schwange LYNN Ja, natUrlich, deshalb hat sie sie ja rausgeschmissen. MICHA Halt die Fresse! Haltet. Nein, haltet alle eure Fresse! LYNN Papa. Mama, bitte, es stimmt. Es stimmt komplett. FELIX Ja, ja, ja, ja. LYNN Emily hat das auch alles so der Polizei gesagt. IRINA Der Polizei? LYNN Ja, die waren extra im Wohnheim. Sie hat das alles der Polizei gesagt und dass sie mit ihr keinen Kontakt haben will. IRINA Ach so, deshalb hat die Polizei nicht nach ihrer Tochter gesucht. Weil sie wusste, wo sie ist und sie wissen es auch. MICHA Ein Scheibweibich. IRINA Sie wissen es, aber sie wollen es nicht wissen. MICHA Nein. Nein, so war es nicht. MICHA So kann es ja gar nicht gewesen sein. Ich . Ich hab Ja, ich hab ihr die Meinung gesagt. Na und? Ich weibhalt, was das bedeutet, mit ein Kind zu bekommen. Ich. Ich hab dir die Meinung gesagt, abe. Aber darum geht man doch nicht einfach. MICHA Ich hab keine Zeit mehr fUr eure LUgengeschichten. Emily ist in keinem Wohnheim wie so ein Kind, das keine Eltern hat. FELIX Ah MICHA Ihr ist was passiert, eine Mutter spUrt sowas. Ich muss jetzt meine Zettel verteilen. LYNN Das sind keine LUgengeschichten. Reden Sie doch selbst mit ihr. Wir rufen sie einfach an. MICHA Nee, leg das weg! FELIX Na, na, na, na, na, na, na. MICHA Leg�s weg! LYNN Ich hab ihr ein Handy geschenkt. FELIX Hey! LYNN Wir konnen sie jetzt einfach anrufen und dann werden Sie das ja selbst sehen. MICHA Emily hat ein zu Hause. Ich bin eine gute Mutter. LYNN Sie haben ihr in den Bauch getreten! EMILY Hi Lynn. Lynn? Lynn, bist du da? Hallo? Okay, Lynn ich kann dich nicht horen. Ruf nochmal an, okay? Oder komm einfach vorbei. Mir geht�s gut. Ich hoffe, dir auch. Hab dich lieb. Ciao SUbe.